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Vermögen & Finanzen

Literaturtipps

Die Relevanz von Kennzahlen im Fundraising

Arne Heinemann hat sich in seiner Masterarbeit an der Evangelischen Hochschule Berlin mit Kennzahlen als Methode für eine optimale NPO-Steuerung beschäftigt.

Non-Profit-Organisationen (NPO), Fundraising und Spenden bestimmen zunehmend das Gesicht der sozialen Organisationen. Sie verfolgen diverse Zwecke, zum Beispiel Armutsbekämpfung, für den sozialen Frieden zu sorgen, mehr Demokratie zu wagen besonders in Stadtteilen, in welchen sich politischer Extremismus ausbreitet.

Die Klassiker des Fundraising wie Barbara Crole, Nicole Fabisch, Marita Haibach, Thomas Kreuzer, Peter Schwarz und Michael Urselmann werden in der Arbeit berücksichtigt. Sie ist eingängig und strukturiert geschrieben und befast sich mit Antworten auf die folgenden Fragen: Was sind Kennzahlen im Fundraising-Bereich? Wie lassen sie sich ermitteln? Und welche Vorteile können NPO aus Kennzahlen gewinnen?

Heinemanns Publikation befasst sich mit Kennzahlen als Methode für eine optimale NPO-Steuerung; sie sind Instrumente für komprimierte Informationen (vgl. 46). Fundraising für ihn als eine Methode der Mittelbeschaffung bedeutet, dass eine NPO zuerst ihren Bedarf an Kennzahlen plausibel machen muss. Erst daraus lassen sich Ziele und Größen erkennen. Dem folgt dann die Planung bzw. der Einsatz von weiteren Optimierungs- und Kontrollinstrumenten. Zu den Alternativen zählen hier unter anderem operatives- und strategisches Controlling; diese sollen die NPO-Leitung in Fragen der langfristigen Planung, Steuerung, des Rechnungswesen und der Kontrolle unterstützen.

Kennzahlen für Fundraising dienen in NPO grundsätzlich der Spendenvolumen-Ermittlung und nicht allgemeinen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.

Von den 105.500 NPO beanspruchen lediglich 42 Prozent die Kennzahlen, meistens die größeren NPO. Die Verwendung von Kennzahlen für NPO-Fundraising lohnt sich, wenn genügend Spenden vorhanden sind. Bei der Spendensammlung wird gute Organisation, Datenbank und Fundraising-Personal verlangt. Fundraising-Hilfsinstrumente wie Mailing, Straßensammlung, Plakate, Spendenaufrufe in den Medien dienen der Vorarbeit der Information und Bindung potenzieller Spenden an ein NPO. Diese Aufgaben müssen von allen sowohl kleineren als auch größeren NPO professionell angegangen werden. Bei kleineren NPO ohne eigene Fundraising- Abteilung wird deren Funktion von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Eine eigene Fundraising-Abteilung in einer NPO ist oft kostspielig und arbeitsintensiv (vgl. 83). Es ist auch daher nachvollziehbar, dass in Deutschland von 76.000 eingetragenen Vereinen die Mehrzahl bereits aus Kostengründen kein Personal für eine eigene Fundraising-Abteilung abstellen kann.

Kennzahlen und Fundraising werden von NPO immer intensiver genutzt, weil die meisten NPO ohne Fundraising und Spendenzufluss existenziell bedroht sind. Zu den Spendern gehören sowohl Privatpersonen als Wirtschaftsunternehmen. Es ist daher eine Herausforderung an das NPO-Management, Fundraising unter Einsatz der Kennzahlen zu betreiben nach dem Motto “Wandel durch Handeln”, um sich strategisch besser als die Konkurrenz auf dem hart umkämpften Spendenmark zu etablieren.

Dr. Siegmund Pisarczyk


Bibliografische Angaben:

Arne Heinemann: Die Relevanz von Kennzahlen im Fundraising
Masterarbeit, Evangelische Hochschule Berlin, 2014
Grin Verlag: München
103 Seiten, 44,99 €
ISBN-13: 978-3656747550

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