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Literaturtipps

Das Potenzial von Social Business in Österreich

Einen unternehmerischen Lösungsansatz für die Herausforderungen, vor denen die österreichische Gesellschaft steht, zeigt eine aktuelle Studie des Kompetenzzentrums für Non-Profit Organisationen und Social Entrepreneurship der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) auf.

Die Forscher haben den Status Quo und das Entwicklungspotenzial von Social Businesses in Österreich untersucht – Organisationen, die eine positive gesellschaftliche Wirkung als oberstes Ziel haben und gleichzeitig auf die Erwirtschaftung von Einnahmen ausgerichtet sind.

Derzeit gibt es in Österreich laut Studie zwischen 1.200 und 2.000 Social Businesses. Diese sind unter anderem im Sozialwesen, Forschung, Bildung und im Gesundheitsbereich tätig. Die Zahl der Beschäftigten erreicht in verschiedenen untersuchten Gruppen durchschnittlich zwischen zwei (bei Start-Ups) und 144 Personen pro Betrieb (bei etablierten Social Business), was auf beträchtliche Arbeitsmarkteffekte von Social Business schließen lässt. Für die nächsten zehn Jahre erwarten die Forscher aufgrund der guten Voraussetzungen eine Verdoppelung dieser Zahl, was rund 160 neuer sozialer Organisationen pro Jahr entspricht.

Wie die Erhebung zeigt, liegt das größte Hemmnis der Entwicklung und zugleich das höchste Potenzial zur Beschleunigung des Wachstums des Social Business Sektors in den Bereichen Finanzierung und Bildung. Rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Vernetzung von Social Businesses untereinander und mit anderen Akteurinnen und Akteuren des Feldes sind zusätzliche Einflussfaktoren der künftigen Entwicklung.

“Um das Potenzial von Social Businesses besser zu entfalten, empfehlen wir zum einen verbesserte Finanzierungsangebote, um potentielle Social Entrepreneure vor allem in der Gründungsphase unterstützen zu können. Zum anderen wären Inkubations- und Bildungsangebote dienlich, um Interessierten das notwendige Know-how zu vermitteln. Derzeit gibt es außerdem keine klaren rechtlichen Rahmenbedingungen. Unsere Empfehlung geht daher in Schaffung einer eigenen Rechtsform und der Verbesserung des Gemeinnützigkeitsrechts”, so Dr. Peter Vandor vom NPO & SE-Kompetenzzentrum.

Die Studie der WU-Forscher wurde im Auftrag von Austria Wirtschaftsservice GmbH, Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und Rat für Forschung und Technologieentwicklung durchgeführt.

(7.12.2015 | Quelle: Wirtschaftsuniversität Wien)

Studie zum PDF-Download auf der WU-Website

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