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Vermögen & Finanzen

Artikel

Quo vadis, Vermögensanlage?

Asset Allocation zur Sicherung der Kapitalerhaltung

von Cordula Haase-Theobald, Köln

Erst Finanzkrise, dann Wirtschaftskrise, Rezession, Deflation, Zahlungsunfähigkeit von Staaten — die Auguren prophezeien Schreckensszenarien und übertönen die Optimisten. Entsprechend groß ist die Verunsicherung in der Stiftungswelt: Ist das Vermögen sicher angelegt? Werden die Erträge den Finanzbedarf decken? Besteht Handlungsbedarf für die Stiftungsverantwortlichen oder sollte die bisherige Anlagestrategie fortgeführt werden?

REALE KAPITALERHALTUNG

Um sein Vermögen erhalten und eine Rendite erwirtschaften zu können, muss der Anleger für ihn vertretbare Risiken eingehen. Realisieren sich diese und verliert das Vermögen an Substanz, muss er seine Anlageentscheidung regelmäßig nur sich selbst gegenüber verantworten. Stiftungsorgane hingegen verwalten fremdes Vermögen und unterliegen zudem einem gesetzlichen Kapitalerhaltungsgebot. Die Reichweite dieses Gebotes wird unterschiedlich ausgelegt. Landes- und Bundes(Steuer)gesetzgeber gehen von der nominellen Kapitalerhaltung aus. Lediglich das Land Sachsen hat seit 2007 explizit die reale Kapitalerhaltung in seinem Stiftungsgesetz verankert. Hiernach ist die Inflation durch Zuführung von Erträgen in das Stiftungskapital auszugleichen.
Unabhängig davon, welches Kapitalerhaltungsprinzip gesetzlich normiert ist, streben Stiftungen meist die reale Kapitalerhaltung an. In der Langzeitbetrachtung Wird das Ausmaß dieser Zielsetzung sichtbar: Eine im Jahre 1881 mit einer Geldeinheit gegründete Stiftung müsste Ende 2008 mindestens das 12,4-fache des ursprünglichen Stiftungsvermögens aufweisen, um die Inflation ausgleichen und die gleiche Leistungsfähigkeit wie zu ihrer Gründung aufbringen zu können.

KEINE ANLAGE OHNE RISIKO

Jede Vermögensanlage ist mit Ertragserwartungen und Risiken verbunden, „risikolose” Anlagen kann es nicht geben. Allgemein wird daher zwischen risikoreduzierten und risikoreichen Anlageformen unterschieden. Zu der Gruppe der risikoreduzierten Anlagen gehören nicht automatisch alle festverzinslichen Wertpapiere. Unternehmensanleihen beispielsweise sind zwar festverzinsliche Wertpapiere, aber stark von der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens abhängig. Grundsätzlich gilt: Je schlechter die Bonität des Unternehmens, desto höher der Risikoaufschlag und somit der Zinscoupon. Möchte eine Stiftung hohe ausschüttungsfähige Erträge generieren, kann sie diese mit hochverzinslichen Unternehmensanleihen zwar erzielen, geht gleichzeitig aber ein höheres Risiko ein als beispielsweise mit deutschen Staatsanleihen.

STRATEGIE UND TAKTIK

Für den Anlageerfolg ist die Mischung zwischen risikoreduzierten und risikoreichen Anlagen entscheidend, die sogenannte Asset Allocation, Im Rahmen der Strategischen Asset Allocation erfolgt auf Grundlage des Kapitalerhaltungsgebotes, der individuellen Ausschüttungserfordernisse und des Rendite-/Risikoprofils eine langfristige Aufteilung des gesamten Stiftungsvermögens auf verschiedene Anlageklassen. Die Festlegung einer langfristigen Anlagestrategie mit individuellem Rendite-/Risikoprofil hat den weiteren Vorteil der Selbstbindung und erleichtert zudem die Abstimmung zwischen den Stiftungsorganen und Vermögensverwaltern.

Im Rahmen der Taktischen Asset Allocation wird anschließend bestimmt, zu welchem Zeitpunkt in welche Anlagen investiert oder desinvestiert wird. Oftmals liegt der Schwerpunkt der Überlegungen im taktischen Bereich: Wann ist der richtige Zeitpunkt, den Aktienanteil wieder aufzustocken? Welche Anlage soll erworben werden? Entscheidender als diese Fragestellungen der taktischen Umsetzung ist die Strategische Asset Allocation, die zu weit über 80 % für den Anlageerfolg verantwortlich gilt.

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