Recht & Steuern

Literaturtipps

Behn, Achim / Weller, Frank: Datenschutz für Vereine. Leitfaden für die Vereinspraxis (Praxiswissen Sportverein & Management 1). Berlin (Erich Schmidt) 2011 (166 S.) 24,95 € (ISBN 978-3-503-12689-7)

Burhoff, Detlef: Vereinsrecht. Ein Leitfaden für Vereine und Mitglieder. Herne (nwb) 8. Aufl. 2011 (471 S.) 39 € (ISBN 978-3-482-42988-0)

Busse, Jan Simon: Rechnungslegung spendensammelnder Organisationen in Deutschland. Göttingen (Cuvillier) 2010 (XX, 336 S.) 51,20 € (ISBN 978-3-86955-463-1)

Eggers, Winfried / Wickert, Ralf: Praxishandbuch Verbandsrecht. Das kleine 1 × 1 des Vereinsrechts für die Verbandsgeschäftsführung (Verband & Recht). Bonn (DGVM) 2009 (304 S.) 59 € (ISBN 978-3-940060-03-7)

Pfeffer, Wolfgang: Buchhaltung für Vereine. Eine systematische Einführung in die Buchführung gemeinnütziger Vereine (expertsoft 52) Renningen (expert) 2. Aufl. 2010 (210 S.; DVD) 54 € (ISBN 978-3-816-93005-1)

Fast 60 % der Bevölkerung sind Mitglied in einem oder mehreren der ca. 600.000 Vereine in Deutschland; der Verein ist die beliebteste Rechtsform für steuerbegünstigte Anliegen. Die damit verbundene Nachfrage führt dabei auch zu einer entsprechenden Literaturproduktion [vgl. S&S 5/2009 S. 48 f.].

Burhoff hat die nunmehr achte Auflage seines rechtlichen Leitfadens für Vereinsvorstände und juristische Laien, die ihre Mitgliedschaftsrechte im Verein nutzen wollen, vorgelegt [vgl. zur Vorauflage S&S 5/2009, S. 48 f.]. Er stellt alle wesentlichen Themen des Vereinsrechts verlässlich dar. In der Neuauflage sind das „Gesetz zur Begrenzung der Haftung von ehrenamtlich tätigen Vereinsvorständen“ v. 28.9.2009 und das „Gesetz zur Erleichterung elektronischer Anmeldungen zum Vereinsregister und anderer vereinsrechtlicher Änderungen“ v. 24.9.2009 sowie relevante Rechtsprechung und Literatur bis April 2011 sowie Anmerkungen der Leser eingearbeitet worden. Damit ist der Ratgeber vorbildlich in Aktualität und Praxistauglichkeit.

Eggers und Wickert konzentrieren sich in ihrem Praxishandbuch auf Verbände des privaten Rechts, also Gesamtvereine, Vereinsverbände oder Vereine mit hoher Mitgliederzahl. Es richtet sich gezielt an Vorstand und Geschäftsführung und will vor allem orientieren, „Hilfsmittel für den ersten Zugriff“ sein. Dargestellt werden der Verband (S. 17-22), das Recht der Großverbände (S. 23-29), die Verbandsgründung (S. 31-51), Verbandszweck (S. 53-61) und -mitgliedschaft (S. 63-79), Finanzierung (S. 81-88) und Organisation (Vorstand S. 89-130, weitere Verbandsorgane S. 131-136, Mitgliederversammlung (S. 137-159), Schiedsgerichtsbarkeit (S. 161-162)) und Verbandsauflösung (S. 163-169). Dokumentiert sind Gesetzestexte, Urteile und hilfreiche Mustertexte. Insgesamt ein Leitfaden, der die verbandsrelevante Beratungspraxis der Autoren widerspiegelt.

Wesentlichen Anteil an guter Vereinspraxis hat das Rechnungswesen. Eine verständliche und ohne Vorkenntnisse nutzbare Einführung in die Buchhaltung und den Jahresabschluss bietet Pfeffer. Seine Darstellung setzt den Schwerpunkt auf die vereinsrechtlichen, insbesondere auch steuerlichen Besonderheiten. Die Grundlagen werden unter Verweis auf die umfangreiche Literatur nur kurz dargestellt. Der Band bezieht sich durchweg auf den Kontenrahmen der DATEV für Vereine, Stiftungen und gemeinnützige GmbHs (SKR 49), der auch in der Anlage abgedruckt ist. Alle wesentlichen Buchungsvorfälle werden anhand zahlreicher Abbildungen verdeutlicht. Buchungssätze und die steuerliche Behandlung der Geschäftsvorfälle sind in einem Steuer- und Kontierungslexikon aufgelistet. Eine beigefügte DVD enthält die Buchführungs- und Mitgliederverwaltungsprogramme QuickVerein Plus (für Vereine bis zu 300 Mitgliedern) und redmark vereinsverwaltung (für Vereine ab 300 Mitgliedern) als Testversion für vier Wochen.

Busse befasst sich in seiner Göttinger Dissertation aus wissenschaftlicher Sicht mit der Rechnungslegung spendensammelnder Organisationen [vgl. zu IDW RS HFA 21 auch S&S RS 4/2010, S. 3 f.]. Er untersucht insbesondere, ob die Rechnungslegung den Ansprüchen der Spender, den wesentlichen Stakeholdern, genügt. Nach Strukturüberlegungen zu spendensammelnden Organisationen bestimmt er die Anforderungen aus Spendersicht und gesetzlichen Vorschriften genauer und setzt sie in Bezug mit der gängigen Praxis, die er u.a. durch eine eigene Umfrage ermittelt hat. Busse kommt zum nicht überraschenden Ergebnis, dass die rechtlichen Vorschriften [vgl. zum Kontrollproblem schon S&S 2/2008, S. 44 ff.] und trotz steigender Tendenz auch die Veröffentlichungspraxis derzeit eher unzureichend sind. Um eine Vergleichbarkeit freiwilliger Rechnungslegungspublizität bemüht, entwickelt er ein Gliederungskonzept, das den gesetzlichen und den Ansprüchen der Spender genügt. Insgesamt ein interessanter Diskussionsbeitrag zur Verbesserung der Transparenz im Nonprofit-Bereich.

Ein wenig beachtetes Thema der Vereinspraxis ist der Datenschutz. Dabei können Verstöße empfindliche Geldstrafen in Höhe von bis zu 5.000 € nach sich ziehen. Aber nicht nur aus diesem Grund sollte ein Verein sich mit dem Schutz von Daten auseinandersetzen. Schließlich geht es um nichts Geringeres als den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Mitglieder. Behn und Weller stellen in ihrem Leitfaden zu dem aktuellen Thema die wesentlichen Punkte anhand von Praxishilfen, Checklisten und Beispielen leicht verständlich dar. Dazu gehören Informationspflichten, die Notwendigkeit der Einschaltung eines Datenschutzbeauftragten oder die regelkonforme Durchführung einer Datensicherung und -verarbeitung. Hilfreich ist auch der Anhang mit Mustertexten.

Zur Übersicht "Recht & Steuern // Literaturtipps"