Recht & Steuern

Literaturtipps

Österreichisches Privatstiftungsrecht und das neue liechtensteinische Stiftungsrecht

Melzer, Martin: Österreichisches Privatstiftungsrecht und das neue liechtensteinische Stiftungsrecht. Wien (NWV) 2010 (218 S.) 38,80 € (ISBN 978-3-7083-0689-6)

Die Totalrevision des liechtensteinischen Stiftungsrechts nach mehr als 80-jährigem, fast unverändertem Bestand hat zu einem großen Echo in der Fachliteratur geführt [vgl. etwa S&S 1/2011, S. 50]. Auch die österreichische Privatstiftung findet anhaltendes Interesse [vgl. etwa S&S 6/20011, S. 54 oder den Hinweis in S&S 3/2011, S. 50]. Interessant ist dabei, dass beide Stiftungsordnungen sich in einem direkten Konkurrenzverhältnis befinden. Durch Reformen sollte jeweils verhindert werden, dass Vermögen in ausländische Stiftungen abfließt; vielmehr sollten Anreize für einen Zufluss geschaffen werden. Insofern ist die vorliegende Wiener Dissertation von Interesse, die einen systematischen Rechtsvergleich bietet. Die Untersuchung folgt dabei dem üblichen Schema: Wesensmerkmale der Stiftung (S. 25-41), Errichtung und Entstehung (S. 43-63), Beteiligte (S. 65-155), Governance (S. 157-178), Beendigung (S. 179-188) und Übergangsbestimmungen (S. 189-201). Die Akteure bilden – nicht nur quantitativ – den Schwerpunkt der Betrachtung. Gerade hier entscheidet sich auch die Attraktivität des Modells. Und gerade hier sieht Melzer Vorteile im liechtensteinischen Stiftungsrecht. Bei aller Ähnlichkeit insbesondere beim Einfluss des Stifters auf „seine“ Stiftung zeichnet es sich durch ein Mehr an Flexibilität, Liberalität und Gestaltungsfreiheit aus. Die Grenzen freilich werden erst in den nächsten Jahren durch Lehre und Rechtsprechung näher konturiert werden.

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