Recht & Steuern

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Sieben Schlüssel zum Erfolg

Was zeichnet erfolgreiche Stiftungen aus?

von Barbara Meyn und Erich Steinsdörfer, Essen

Stiftungen leisten unbestreitbar einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft — in vielen wichtigen Tätigkeitsfeldern. Aber leisten alle diese Stiftungen auch einen effektiven Beitrag? Sind diese Stiftungen erfolgreich? Stifter haben Ziele vor Augen, wenn sie eine Stiftung ins Leben rufen. Sie geben in der Regel ein nicht unerhebliches Vermögen, um ihre Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Jeder Stifter will, dass seine Stiftung erfolgreich und effizient ist. Doch wie ist dieses Ziel am besten zu erreichen? Indem insbesondere folgende sieben Punkte beachtet werden.

WEITSICHTIGE PLANUNG IM VORFELD

1) Zunächst bedarf es schon vor der Errichtung der Stiftung einer gedanklichen und planerischen Grundlage für ihr erfolgreiches Wirken. Ausgangspunkt hierfür sind die Motive für die Stiftungserrichtung, wie beispielsweise persönliche Betroffenheit, Dankbarkeit oder Gestaltungsdrang. Ferner sind die mittel- und langfristigen Ziele und auf dieser Grundlage die optimalen Rahmenbedingungen der Stiftungsarbeit festzulegen. In welchem Umfang etwa braucht die Stiftung Flexibilität? Wird eine treuhänderische Stiftung gegenüber der rechtsfähigen den Bedürfnissen des Stifters nicht eher gerecht? Immerhin ermöglicht sie eine größere Flexibilität. Das ist sinnvoll für Stifter, die ihrer Stiftung aktiv zu Lebzeiten das endgültige Gepräge geben wollen. Die treuhänderische Stiftung kann aber auch eine schlankere, also verwaltungsärmere Struktur mit sich bringen. Für ein dauerhaft gutes Gelingen der Stiftungsidee sollte die Familie frühzeitig in die Pläne einbezogen werden, um Akzeptanz, vielleicht sogar eine Einbindung in die Stiftungsarbeit’herzustellen. Die finanzielle Absicherung der Angehörigen ist zu gewährleisten, Pflichtteilsansprüche sind zu berücksichtigen.

Mehrere dieser Aspekte spielten bei der Errichtung der Gosselk-Stiftung eine Rolle: Sie wurde 2002 von vier Geschwistern der Familie Gosselk errichtet, alle Gesellschafter der familieneigenen Herz-Kreislauf-Klinik Bad Bevensen in der Lüneburger Heide. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen ein ausgewogenes Ernährungsverhalten, verbunden mit einer dem Alter entsprechenden Bewegungsschulung beizubringen. Sie finanziert dazu Pausenturngeräte, unterstützt ein entsprechendes Essensangebot an Schulen und bietet Lehrerfortbildungen an. Die Stifter wissen um die Gefahren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus jahrelanger Erfahrung und wollen diesen mit ihrer Stiftung gemeinsam aktiv entgegenwirken.

2) STRATEGISCHE UND PROGRAMMATISCHE BEGLEITUNG DER STIFTUNGSARBEIT

Laufende Stiftungsarbeit darf für die Gremienmitglieder nicht „business as usual” bedeuten. Auch wenn die Stiftungsziele durch die Satzung in den Eckpunkten festgelegt sind, so ist die Stiftungstätigkeit doch regelmäßig und kritisch unter die Lupe zu nehmen. Sind die vom Stifter vorgegebenen kurz-, mittel- und langfristigen Ziele erreicht? Sind bereits die nächsten Schritte mit geeigneten zeitgerechten Maßnahmen eingeleitet? Ist das Umfeld, in dem sich die Stiftung bewegt, noch dasselbe wie zu Zeiten ihrer Errichtung? Oder haben sich die Umstände so verändert, dass heute Maßnahmen möglich und richtig sind, an die der Stifter bei der Errichtung noch gar nicht gedacht hat? War die Stiftungstätigkeit beispielsweise so erfolgreich, dass sie heute ohne Mitarbeiter gar nicht mehr auskommt? Ist die wissenschaftliche Erkenntnis auf dem ursprünglichen Fördergebiet bereits derart weit fortgeschritten, dass statt reiner Forschungsförderung heute die Vernetzung zu anderen Fachdisziplinen ein viel sinnvollerer Mitteleinsatz wäre, um dem Stifterwillen gerecht zu werden? Wie wirken sich technische oder mediale Fortschritte auf die Stiftungsarbeit aus? …

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