Recht & Steuern

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Interdisziplinär und praxisorientiert

Der Swiss Foundation Code 2009

von Philipp Egger, Basel, Martin Janssen und Thomas Sprecher, Zürich

Good Governance ist in aller Munde und als Pauschal-begriff fast zur Worthülse geworden. Der fachliche Diskurs wird von Wissenschaftlern geführt und bleibt oft theoretisch. Mit Unterstützung von SwissFoundations, dem Verband der Schweizer Förderstiftungen, liegt nunmehr der Swiss Foundation Code 2009 vor, der auf viele brennende Fragen zu gutem und wirkungsvollem Stiftungshandeln konkrete, praxisbezogene und handlungsleitende Antworten gibt.

Dem Swiss Foundation Code aus dem Jahr 2005 folgt damit die zweite, insbesondere um einen Kommentarteil erweiterte Ausgabe. SwissFoundations will den Kodex künftig alle fünf bis sieben Jahre in einer Neubearbeitung herausgeben, um mit der dynamischen Entwicklung Schritt zu halten. Auch wenn der Bezugsrahmen die Schweizer Stiftungskultur mit ihrer liberalen Gesetzgebung ist, stellen sich die Herausforderungen, vor denen Stiftungen heute stehen, doch in allen Ländern ähnlich dar. Der Swiss Foundation Code 2009 kann daher mit seinen Empfehlungen generell bei der Gründung und Führung von Förderstiftungen nützlich sein.

WAS IST NEU?

Schon während der Erarbeitung der ersten Ausgabe 2004/2005 war vorgesehen, den Swiss Foundation Code zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Kommentarteil zu versehen, um die an strategischen Gesichtspunkten orientierten Grundsätze und Empfehlungen mit begründenden und praxisbezogenen Erläuterungen zu ergänzen. Der nun vorliegende Kommentar bringt Handlungsoptionen für konkrete Situationen, Fragen und Aufgabenstellungen. In erster Linie ist er — wie die Emp-fehlungen selbst — an den Stifter, den Stiftungsrat und Stiftungsmanager gerichtet. Im Zuge der Überarbeitung wurde der Kodex überprüft, insbesondere im Bereich, der Finanzen ergänzt und präzisiert sowie von 22 auf 26 Empfehlungen erweitert.

KEINE FURCHT VOR HEISSEN EISEN

Weil Förderstiftungen meist über ausreichende Vermögenswerte zur Umsetzung ihres Stiftungszwecks verfügen, sind sie nicht auf eine Außenwelt angewiesen. Ihre Situation ist von einer zugespitzten Governance-Thematik geprägt, da keine Eigentümerinteressen ein Gegengewicht zum Management bilden. Bei anderen gemeinnützigen Organisationen sind z. B. Spenderinteressen wirksam, womit auch eine gewisse Marktkontrolle eine Rolle spielt. Da die Stiftung sich sozusagen selbst gehört, sind ganz besondere Anforderungen an ihre Einrichtung und Führung gestellt — mit Blick auf die „wirksame Umsetzung des Stiftungszwecks”, die Sicherstellung von „checks and balances” sowie von „Transparenz”. Diese drei Grundsätze für gutes Stiftungshandeln sind ein Leitmotiv der 26 Empfehlungen und jeweils zugehörigen Kommentare.

Der Swiss Foundation Code nimmt sich nicht nur nützlicher Fragen, sondern auch schwieriger Themen der Stiftungspraxis an: Wann ist eine Stiftung überhaupt (noch) sinnvoll? Wo sind die Grenzen der Einflussnahme durch den Stifter? Welche Interessenkonflikte gilt es in einer Stiftung wie zu bewältigen? Was ist eine angemessene Honorierung des Stiftungsrates? Wie soll eine Stiftung ihre Vermögensanlage organisieren? Wie kann die drohende Versteinerung einer Stiftung verhindert werden? Wie lässt sich eine Stiftung revitalisieren? Zu einigen dieser Themen wird im Folgenden beispielhaft Stellung genommen.

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