Vermögen & Finanzen

Literaturtipps

Stiftungsfinanzen

Egger, Philipp / Schnurbein, Georg von / Zöbeli, Daniel / Kloss, Claus (Hrsg.): Rechungslegung und Revision von Förderstiftungen. Handlungsempfehlungen für die Praxis. Basel (Helbing Lichtenhahn) 2011 (200 S.) 58 CHF (ISBN 978-3-7190-3057-5)

Fritz, Stefan: Stifterwille und Stiftungsvermögen (Schriftenreihe zum Stiftungswesen 41). Baden-Baden (Nomos) 2009 (204 S.) 49 € (ISBN 978-3-8329-4166-6)

Falk, Hermann: Vermögensanlage. Stiftungsvermögen professionell verwalten – ein Leitfaden (Stiftungsratgeber 6). Berlin (Bundesverband Deutscher Stiftungen) 2011 (113 S.) 19,80 € (ISBN 978-3-941368-18-7)

Löw, Isabella: Buchführung und Rechnungslegung für gemeinnützige Vereine und Stiftungen. Hamburg (Dashöfer) 2010 (40 S.) 24,40 € (ISBN 978-3-941201-72-9)

Schirmacher, Albrecht F. (Hrsg.): Stiftungen 2011. Wie viel Risiko ist erlaubt? Wiesbaden (Gabler) 2011 (148 S.) 37 € (ISBN 978-3-8349-3012-5)

Schwalme, Sebastian: Grundsätze ordnungsgemäßer Vermögensverwaltung bei Stiftungen. Vermögensausstattung, Bestandserhaltung, Kapitalanlage (Berliner Juristische Universitätsschriften Zivilrecht 58). Berlin (BWV) 2010 (XXXVIII, 572 S.) 69 € (ISBN 978-3-8305-1753-5)

Die ohnehin schwierige Aufgabe, die finanziellen Angelegenheiten von Stiftungen zu meistern, ist im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise(n) noch schwieriger geworden. Insbesondere beim Erhalt des Stiftungskapitals und bei der gleichzeitigen Erwirtschaftung auskömmlicher Einnahmen werden die gestiegenen Herausforderungen deutlich. Zahlreiche Ratgeber bieten hierzu Hinweise und Lösungsansätze.

Hermann Falk richtet sich mit seinem Leitfaden, der in der Ratgeberreihe des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen [vgl. Rez. S&S 2/2011, S. 56] erschienen ist, speziell an kleine und mittelgroße Stiftungen und deren oft ehrenamtlich tätigen Vorstände. Sehr eingängig gliedert sich der Band nach grundlegenden Zielen, rechtlichen Eckpunkten, praktischen Herausforderungen, strategischen Empfehlungen und Anlagerichtlinien. Mit Hilfe zahlreicher Abbildungen, Beispielen, Praxistipps, Formulierungshinweisen, Checklisten, einem Glossar und Gesetzesauszügen wird die Materie anschaulich und praxisnah dargestellt und unterlegt. Eine Zusammenfassung bietet fünf Schritte professioneller Vermögensverwaltung.

Die Dissertation von Schwalme, von Hans-Peter Schwintowski betreut und Mitte 2008, also vor der Finanzkrise, angenommen, geht die Thematik rechtlich vertieft an. Trotz der juristischen, insbesondere haftungsrechtlichen Perspektive nimmt der Autor auch ökonomische Fragestellungen in den Blick und bemüht sich um praktikable Lösungen. Im Mittelpunkt seiner Argumentation steht die Erkenntnis, dass Art und Umfang der Vermögensausstattung sowie Regelungen zur Vermögensverwaltung vorrangig Sache des Stifters sind. Die Verwaltung hat diese Vorgaben umzusetzen und jedenfalls die Pflicht zur zweckadäquaten Kapitalanlage. Dabei kommt es vor allem darauf an, zielgerichtet und überlegt vorzugehen und die strategischen und taktischen Entscheidungen zu dokumentieren. Eine materialreiche Arbeit, die in einem von Unsicherheiten geprägten Feld den weiten Beurteilungs- und Ermessensspielraum der Stiftungsverwaltung verteidigt.

Die von Olaf Werner [vgl. S&S 2/2011, S. 50-51] betreute Jenaer Dissertation von Stefan Fritz [vgl. S&S 6/2008, S. 34-37], inhaltlich auf dem Stand von Mitte 2009, setzt ebenfalls auf den Vorrang von Stifterwille und Zweckverwirklichung. Auf der Grundlage einer sehr sicheren und klaren Argumentation plädiert der Autor pointiert für den „Abschied vom strikten Verständnis der Vermögenserhaltung und der Ertragspflicht“ schon bei der Errichtung einer Stiftung. Kapitalstiftungen könnte so der Zugang zu modernen Anlagemethoden eröffnet und sie „von ökonomisch unsinnigen Zwängen aufgrund missverstandener Grundsätze“ befreit werden. Ein falsches Verständnis bestünde insbesondere zum Gebot der sicheren Anlage als Ausschluss jeglichen Risikos, zum Spekulationsrisiko, zu Währungsrisiken oder zum Gebot ertragsbringender Anlage. Formulierungsbeispiele für Satzungsbestimmungen geben Anregungen, wie Aspekte einer modernen, freiheitlichen Anlagemethodik in eine Stiftung implementiert werden können. Nur konsequent ist es, wenn Fritz auch das Bild einer Investitionsstiftung entwirft, die über die Art und Weise ihrer Kapitalanlage nicht nur Erträge erzielt, sondern auch ihren Zwecken dient.

Ergänzend sei auf den von Schirmacher herausgegebenen Sammelband verwiesen, der die Themen des PLATOW StiftungsFORUMs „Stiftungen 2011“ vom 8.12.10 aufnimmt. Der Titel weist zwar auf den Risikoaspekt, der bei den zehn Beiträgen, überwiegend von Autoren aus dem Bankenumfeld verantwortet, aber nicht durchweg im Vordergrund steht. Vielmehr wird eine Bandbreite stiftungsspezifischen Themen präsentiert, von der Motivation des gemeinnützigen Stifters Manfred Lautenschläger [vgl. Gespräch in S&S 5/2005, S. 4-5] über ökonomische, steuerliche und rechtliche Aspekte bis zu nachhaltigen Investments.

Eng mit dem Finanzmanagement verbunden sind auch Fragen von Buchhaltung und Rechnungslegung. Hier bietet Isabella Löw in einer knapp ausgefallenen Broschüre Tipps für den Buchungsalltag gemeinnütziger Vereine und Stiftungen. Auf fast jeder zweiten Seite des Heftes befindet sich eine Checkliste, ein Praxistipp oder ein Beispiel, was es für eine schnelle praxisnahe Einführung des Sachbearbeiters geeignet macht.

Sehr ausführliche Handlungsempfehlungen, wenn auch vorrangig aus Schweizer Sicht, finden sich dagegen in dem von Egger / Schnurbein / Zöbeli / Koss herausgegebenen Band. Rechnungslegung und Revision werden hier speziell für Kapital- bzw. Förderstiftungen dargestellt. Den Kern der Ausführungen bilden dabei die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zur Rechnungslegung von Förderstiftungen. Dabei werden die besonderen Umstände dieses Stiftungstyps unter rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgearbeitet und Folgerungen für das Rechnungswesen gezogen. Danach sind die Fachempfehlungen des Swiss GAAP FER 21 nur begrenzt hilfreich, da sie für spendensammelnde Nonprofits entwickelt wurden.

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