Organisation & Finanzen

Literaturtipps

Sportvermarktung in Krisenzeiten

Rohlmann, Peter: Sportvermarktung in Krisenzeiten. Erfolgreiche Strategien für Vereine und Verbände. Berlin (Erich Schmidt) 2010 (224 S.) 29,95 € (ISBN 978-3-503-12622-4)

In der Konjunkturkrise hat auch das Geschäft mit dem Sport gelitten. Sponsoren haben sich zurückgezogen oder ihre Leistungen reduziert, Fans greifen bei Merchandising-Artikeln nicht mehr ganz so tief in die Tasche, der Medienkonsum verändert sich, die Ablösen und Gehälter für die Sportprofis sinken. Die Controlling-Experten im Sportverein mögen dergleichen zwar “voraussehen“, wodurch schwere Einbrüche abgemildert werden können. Um den wirtschaftlichen Gefahren zu begegnen, ist es aber besonders wichtig, die Vermarktungsanstrengungen unter Anpassung der Strategie fortzusetzen. Diese Problematik stellt Rohlmann erstmals und ausführlich dar. Welche Veränderungen im Sportbusiness auftreten können, umschreibt das Kapitel „ Sportteilnehmer und Rezessionsverhalten“ (S. 37 ff.); die Sicht der Organisationen beleuchtet der Abschnitt „Sportvermarktung und Konjunkturkrise“ (S. 63 ff.). Weitere Kapitel werden den Krisenstrategien von Sportklubs (S. 171 ff.) und Sportverbänden (S. 209 ff.) gewidmet. Sportmarketing in der Krise fordert danach individuelle Strategien in der fan-, sponsoren- und mediengebundenen Vermarktung. Die praktischen Hinweise im Buch beruhen insbesondere auf den Ergebnissen einer empirischen Umfrage des Autors in den Bereichen Fußball (vorrangig), Handball, Basketball und Eishockey im deutschsprachigen Raum. Zitate vieler Akteure sind in den Text eingestreut; 44 Abbildungen und 37 Tabellen unterlegen die Aussagen des Textes. Deutlich wird, dass im Mittelpunkt aller Management-Aktivitäten immer der Sport und seine Anhänger stehen. Das damit verbundene emotionsgeladene Umfeld weist auf die Notwendigkeit einer Nachfrageorientierung [vgl. dazu S&S 4/2009]. Der Vereinscharakter und gesellschaftliche Auftrag des Sports sollte seinen Eigenwert neben den heute teilweise überbordenden wirtschaftlichen Aktivitäten der großen Klubs behalten. Konsequenterweise endet der Band mit der Aussage von Uli Hoeneß: „Wir müssen unserer sozialen Verantwortung da voll bewusst sein.“.

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