Vermögen & Finanzen

Artikel

In der Krise Werte sichern und steigern

Die Zielsetzung im Management von Stiftungsvermögen ist bei fast allen Stiftungen nahezu identisch: Das Management hat die Aufgabe, das Stiftungsvermögen dauerhaft zu erhalten und laufende, angemessene Erträge zur Erfüllung des Stiftungszwecks zu erwirtschaften. Ein professionelles Vermögensmanagement verfolgt diese Ziele, indem verschiedene Anlageklassen in die Vermögensanlage einbezogen werden: Risikoverteilung durch Diversifikation. Die hohen Volatilitäten (Schwankungen) der einzelnen Anlageklassen und die teilweise hohe Korrelation, insbesondere in Krisenzeiten, hatten in den letzten Jahren zu einem Umdenken im Vermögensmanagement geführt.

Das über Jahrzehnte verfolgte Benchmarking (Zielgröße aus einem bestimmten Marktergebnis) in der Vermögensanlage wird immer stärker durch Absolute Return-Ansätze (Return unabhängig von Kapitalmarktbewegungen) sowie ein stringentes Risikomanagement abgelöst. Der Verlustvermeidung wird in der Anlagepolitik ein höheres Gewicht zugewiesen. Wertsicherungsmodelle begrenzen das Verkehrsrisiko in der Kapitalanlage.

DIVERSIFIKATION DER VERMÖGELNSANLAGE

Die meisten Kapitalanleger versuchen, durch eine sinnvolle Mischung und Streuung der Vermögensanlage, eine überdurchschnittliche Rendite mit kalkulierbarem Risiko zu erzielen. Umfragen zeigen, dass die Anlagen institutioneller Anleger (Pensionskassen; Stiftungen etc.) sich überwiegend auf zwei bis drei Anlageklassen beschränken und nur bei größeren Vermögen weitere hinzukommen.

In den Strukturen der Stiftungsvermögen haben die Anlage in festverzinslichen Wertpapieren (Renten) und der Geldmarktbereich (Tages- und Festgelder) das höchste Gewicht. Zur langfristigen Substanzerhaltung werden Aktien als Maßnahme der Diversifikation hinzugenommen. Die jeweilige Rendite-/Returnerwartung und die Risikopräferenz entscheiden über die Höhe des Aktienanteils.

Der Stifterverband verfolgt seit vielen Jahren eine langfristig orientierte strategische Ausrichtung, die in der Regel wie folgt gewichtet ist: 75% Renten und 25% Aktien; der Handlungsrahmen ist aber im Aktienbereich deutlich größer. Es gibt von ihm verwaltete Stiftungen, deren Gremien Aktienanlagen nicht erlauben, und andere, die deutlich über diese Quote hinausgehen.

Andere vermögende Stiftungen zeigen in ihren Berichten eine vergleichbare strategische Ausrichtung. Bei der betont langfristigen Anlageausrichtung von Stiftungsvermögen scheinen feste Allokationen im Aktien- und Rentenbereich auch zielführend zu sein, da der langfristige Aktien-Return deutlich über dem der Renten liegt.

Die Kapitalmarktentwicklungen der vergangenen zehn Jahre mit dem Platzen der Technologieblase um die Jahrtausendwende und die extremen Verwerfungen während der anhaltenden Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise haben gravierende Auswirkungen auf die Portfolios vieler Anleger, auch im Stiftungsbereich. Dies gibt Anlass, die bisherige – oftmals statische – Asset Allokation und Benchmarkorientierung zu überprüfen.

RENDITE UND RISIKO

Rendite oder Return sind in der Kapitalanlage eindeutig definiert und einfach nachvollziehbar. Bei der Beurteilung des möglichen Risikos einer Anlageform und der Risikotragfähigkeit des Anlegers wird es hingegen deutlich schwieriger. Das Risiko in der Vermögensanlage zeigt über eine Wahrscheinlichkeitsverteilung die mögliche Abweichung vom durchschnittlichen Return für zurückliegende Perioden. Im Einzelfall kann der zukünftige Return deutlich in beide Richtungen abweichen. Nun wird kein Kapitalanleger bei einer positiven Abweichung vom erwarteten Return ein „Anlagerisiko“ sehen. Ein niedrigerer Return, oder gar erlittene Verluste, können jedoch im institutionellen Geschäft, insbesondere bei Stiftungen, die Förderzusagen und das operative Geschäft erheblich mindern bzw. beeinträchtigen. Bei deutlichen Verlusten ist sogar der Return der Folgejahre gefährdet. Das Wertaufholungsgebot, verankert im Stiftungsrecht, kann die Förderpolitik der Stiftungen dauerhaft belasten.
Lesen Sie den kompletten Artikel in Stiftung&Sponsoring 1/2009

Zur Übersicht "Vermögen & Finanzen // Artikel"