Kommunikation & Sponsoring

Artikel

Von einander lernen

Von Hanna Lehmann, Freiburg

In der Katholischen Akademie in Freiburg fand Anfang Juli 2010 ein erstes Regionaltreffen von Bürgerstiftungen aus der Region Baden-Württemberg statt, die in der Arbeitsgemeinschaft der Initiative Deutscher Bürgerstiftungen organisiert sind, um sich über Ihre Arbeit auszutauschen. Der Ort war gut gewählt, denn die Katholische Akademie hat in den zurückliegenden Jahren immer wieder Tagungen und Seminare zum Thema Stiftungen, Mäzenatentum und Ethische Geldanlagen für Stiftungen angeboten.

Das erste Stiftungsverzeichnis der Region wurde ebenfalls von der Akademie herausgegeben und das in einer Zeit, als sich Stiftungen noch diskret zurückhielten und von einer wirklich wahrnehmbaren Stifungslandschaft nicht die Rede sein konnte. Letztlich hat auch die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Stiftungen den entscheidenden Impuls für die Gründung der Freiburger Bürgerstiftung (2006) gegeben.

Bürgerstiftungen verstehen sich, wie es der Freiburger Bürgermeister für Kultur und Soziales, Ulrich von Kirchbach, in seinem Grußwort formulierte, als „Ausdruck gelebten bürgerschaftlichen Engagements“. Sie möchten aber nicht als Ersatz oder gar „Ersatzkasse“ oder „Lückenbüßer“ für die Aufgaben der Gemeinden missverstanden werden. Sie wollen mit den von ihnen geförderten Projekten in ihren Städten und Gemeinden den Bürgersinn stärken und die Bereitschaft der Bürger fördern, die Zukunft ihres Gemeinwesens im Sinne des Gemeinwohls als Stifter, Zustifter oder auch als „Zeitstifter“ aktiv mitzugestalten.

Damit waren die Vertreterinnen und Vertreter von 12 Bürgerstiftungen aus der Region sehr schnell mitten in einem intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch über Ihre praktische Arbeit, ihre Projekte und Probleme. Von Rheinfelden bis Baden-Baden und Ettlingen sowie von Bad Krozingen und Freiburg bis Oberndorf und Sindelfingen konnten wichtige praktische Tipps für die tägliche Arbeit ausgetauscht werden, unabhängig davon, ob das Stiftungskapital eher bescheidene gut 100.000 € oder nahezu eine Mio. beträgt.

Interessant war es zu sehen, wie unterschiedlich Bürgerstiftungen sein können. Manche pflegen einen engen Kontakt zur Stadtverwaltung und den Bürgermeistern, andere wiederum versuchen aus der Basis heraus die Bürgerschaft zu mobilisieren. Bei der Frage der Kapitalbeschaffung und- Aufstockung gab es die pfiffigsten Ideen gerade bei denen, die recht wenig Kapital hatten. Die Stiftungen, die von einzelnen Zustiftern besonders gefördert wurden, mussten auf der Hut sein, dass diese nicht die fröhlichen Kleinspender blockierten oder gar mehr Einfluß nahmen. Ethische, nachhaltige soziale Geldanlagen spielten noch keine große Rolle. Manche hatten noch nicht erkannt, dass sie in der Zielsetzung der Geldanlagen schon einen kleinen Teil ihres Stifungszweckes erfüllen konnten. Hier hatte der Bundesverband bei der letzten Jahrestagung viele Infos gegeben und auch Aufklärungsarbeit geleistet.

“So bleibt zu hoffen, dass die Bürgerstiftungen eine Vorreiterolle einnehmen können“ so die Regionalkuratorin Hanna Lehmann, die als Sitftungsratsvorsitzende der Freiburger Stiftung auf die Freiburger Satzung und Transparenz der Geldanlagestrategie verweist.

Vor allem eine Delegation aus Rottenburg bei Tübingen verfolgte die Diskussionen aufmerksam und sammelte Tipps und viele Ratschläge, denn Rottenburg ist auf dem Weg und wird wohl bald die 42. Bürgerstiftung in dieser Runde sein.

„Mit 41 Bürgerstiftungen, die das Gütesiegel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen tragen, ist Baden-Württemberg Vorreiter für ganz Deutschland. Deshalb freut es mich, dass sich heute die Vertreter von Bürgerstiftungen aus der Region Baden-Württemberg auf Initiative der Regionalkuratorin, Frau Hanna Lehmann von der Freiburger Bürgerstiftung, hier in Freiburg getroffen haben, um voneinander zu lernen,“ ermutigete Dr. Burkard Küstermann, Leiter der Initiative Bürgerstiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen, zum Abschluss die versammelten regionalen Vertreterinnen und Vertreter, ihre Arbeit so engagiert wie bisher fortzusetzen.

Zur Übersicht "Kommunikation & Sponsoring // Artikel"