Kommunikation & Sponsoring

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„Rede darüber um Gutes zu tun“

Transparenz als Daueraufgabe mit vielen Facetten

Von Oliver Ramonat

„Tue Gutes und rede darüber“ – so lautet eine verbreitete Weisheit. Sie gilt zumal für die Stiftungskommunikation. Mit der gleichen Berechtigung könnte es aber auch heißen: „Rede darüber, um Gutes zu tun“. Denn Kommunikation ist ein wichtiges Mittel, um die eigenen Projekte zu evaluieren und stetig den Anforderungen anzupassen. Die übergeordneten Ziele heißen Transparenz und Akzeptanz.

Innere Transparenz der Projekte
Der erste Ansprechpartner für Transparenz ist natürlich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das ist ein sozusagen ‚äußerer’ Aspekt von Transparenz: Die Stiftung gibt Auskunft über ihre Tätigkeit und ihre Ziele, nennt Erfolge und auch mögliches Verbesserungspotential beim Namen, mischt sich vielleicht auch mit guten Argumenten in gesellschaftliche Debatten ein und verweist auf die eigenen Leistungen. Neben den eigenen Erfolgen, die auf eine dem Stiftungszweck und dem allgemeinen Charakter der Stiftung angemessene Art vermittelt und öffentlich verbreitet werden müssen, können aber auch die eng mit den Projekten verwobenen Aspekte der Transparenz kommuniziert werden. Einige Leitfragen, um diese ‚innere Transparenz’ der Projekte zu erkennen: Welche externen Fachleute und Experten haben sich mit dem entsprechenden Projekt befasst? Haben die Antragsteller oder (bei operativen Projekten) die Kooperationspartner Unterstützung noch an anderer Stelle erhalten? Geschieht der gesamte Ablauf des Projektes mit öffentlicher Rückkoppelung? Und schließlich: Wie werden die Rückmeldungen der Stipendiaten und der weiteren Öffentlichkeit weiterverarbeitet? Wer darauf Antworten geben kann und diese Antworten in sein kommunikatives Konzept einbaut, hat viel mehr getan, als über die Erfolge in einem bloß äußerlichen Sinne zu berichten. Hinter den Zahlen stehen Menschen und ihre Projekte, stehen Engagement und Interesse, Leistung und Neugier – ein innerer Kern der Stiftungsarbeit, der auf angemessene Weise sichtbar gemacht werden kann.

Erträge veröffentlichen
Methodisch gesprochen geht es bei diesen Formen der Einbindung von Partnern um eine institutionalisierte Rückkopplung der Stiftung mit ihren Projekten. In Fachgesprächen und an runden Tischen kommen die Projektverantwortlichen und die Fachleute zusammen und tauschen Meinungen und Rückmeldungen aus. Die Projekte werden so laufend qualitativ bewertet, wo nötig verbessert und aktiv fortgeschrieben. Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Evaluation im Sinne einer Studie, aber um ein direktes und offenes Feedback. Das kann im Einzelfall – und wenn diese Beratungsrunden gut organisiert und offen moderiert sind – sehr wertvoll sein und es beweist zugleich die Fähigkeit zum Dialog.
Die Erträge dieser Gespräche und Kolloquien (um nur diese Gesprächsformen zu nennen) sind in aller Regel für die Kommunikation nutzbar – als Meldungen auf der Internetseite und ihren Ablegern, bei entsprechend wertvollem Gehalt auch als Beitrag im Jahresbericht oder vergleichbaren Publikationen, als Materialsammlung, Broschüre oder kleines Buch. Je nachdem kann eine geplante Publikation für die Gespräche anregend sein oder sie hemmen – das muss im Einzelfall abgewogen werden. Letztlich kann eine offene Debatte auf Augenhöhe für die kontinuierlich erfolgreiche Arbeit aber wertvoller sein, als eine weitere Publikation. Und auch die Art der Publikation steuert die Art der Debatte. In der Regel wird man sich für eine Veröffentlichung entscheiden wollen – die Ergebnisse sind so für die interessierte Öffentlichkeit auf Dauer nutzbar und die Themen der Stiftung bleiben präsent. In jedem Fall sollten sich diese Erträge in die Social-Media-Aktivitäten einfügen, denn erst dort wird man auf die mannigfaltigen Anknüpfungspunkte aufmerksam werden oder besser: von aktiven Nutzern und Interessenten aufmerksam gemacht.

Kontakt zu den Ehemaligen – Social Media
Als letzten Punkt kann man hier vielleicht den Kontakt mit den Projekten auch noch nach der Förderung anführen. Dabei geht es jetzt nicht mehr nur um die Projektpartner in leitender Funktion, sondern auch um die vielen Stipendiaten, Geförderten, alle anderweitig mit den Projekten Verbundenen. Wo immer möglich, wird der anhaltende Austausch fest vereinbart und von der Stiftung aktiv aufrecht erhalten. Bei turnusmäßig ablaufenden Projekten können die ehemaligen Stipendiaten zu jedem neuen Projektstart eingeladen werden, wo möglich verbunden mit einem öffentlichen Fachtag oder einer Ausstellung zum Projektthema. Je nach Projekt und bei kleinerem Budget kann man sich auch an ohnehin bestehende Präsentationen und Termine in der Stadt oder seinem Umfeld anschließen.

Auch ein Internet-Portal, das die Stiftung für ihren Themenbereich aufsetzt, kann sehr hilfreich und praktisch sein. Auf ihm versammeln sich in einem geschützten Bereich die Experten und die Stipendiaten, in welcher Form auch immer diese gefördert wurden. Auch eine (geschützte oder offene) Gruppe in einem Social-Media-Portal kann diese Funktion, zumindest aber wesentliche Teile davon, hervorragend erfüllen. Diese Portale in geeigneter Weise einzubeziehen, das ist ein eigenes Thema, hier können die Möglichkeiten nur pauschal benannt werden. Direkter Kontakt, Gesprächskreis, Blog oder „Facebook“ – die erwünschte Transparenz wird in diesem offenen Austausch über das Themenfeld praktisch, lebendig, anschaulich. Und alle diese Kommunikationsformen eröffnen den Zugang zu neuen Ideen, attraktiven Partnern und öffentlich beachteten Projekten. Sie belegen neben den anderen Aktivitäten der Stiftung den Standard der Transparenz, den die Stiftung sich selber auferlegt hat und sie stellen Akzeptanz her für die Ziele und Themen, für die Arbeitsweise und mittelbar auch für den Gesamtauftritt der Stiftung.

© Oliver Ramonat 2011.

Lesen Sie auch den Artikel "Stadtteilhistoriker" - Bürger schreiben Stadtgeschichte" von Katharina Uhsadel und Oliver Ramonat in S&S Ausgabe 5/2011

www.ramonatkom.de

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