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Fünf Thesen zu digitalem bürgerschaftlichem Engagement

Das Kompetenzzentrum öffentliche Informationstechnologie hat in einem Whitepaper die Bedeutung der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft für das bürgerschaftliche Engagement beleuchtet. Wir dokumentieren die Thesen, die die durch das Bundesinnenministerium geförderte Denkfabrik aufgestellt hat.

1. Der Einsatz von Informationstechnologie (IT) stärkt bürgerschaftliches Engagement.
IT trägt zur einfacheren und effizienteren Erfüllung organisatorischer Aufgaben bei. Hierdurch wird zum einen die Hemmschwelle zur Übernahme von Ehrenämtern in Vereinen und anderen Organisationen gerade für junge Menschen gesenkt. Zum anderen werden auch durch Selbstmarketing in digitalen Medien, die Vernetzung Aktiver und Interessierter sowie die Vermittlung von Engagierten neue Potenziale erschlossen. Eine effiziente Arbeitsform schafft Spielräume für erweitertes bürgerschaftliches Engagement.

2. Flexibilisierung bürgerschaftlichen Engagements durch IT bedient einen gesellschaftlichen Bedarf.
Die Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement ist unverändert hoch. Die Anforderungen potenziell Engagierter haben sich jedoch verändert: Flexibilität gewinnt bei der Ausübung der Tätigkeit an Bedeutung. Digitale Dienste helfen, bürgerschaftliches Engagement zu flexibilisieren. Wissensbezogene Tätigkeiten können durch den Einsatz von IT verstärkt orts- und zeitunabhängig ausgeübt werden. Durch IT lässt sich kleinteilige Mitarbeit dynamisch organisieren, wodurch ad-hoc vermitteltes und kurzfristiges Engagement gefördert wird.

3. Die fortschreitende Digitalisierung bringt neue Formen des bürgerschaftlichen Engagements hervor.
Wenn die Digitalisierung zunehmend die Erfüllung gesellschaftlicher Funktionen verändert, folgt auch bürgerschaftliches Engagement diesem Trend. Es ergeben sich vielfältige, zusätzliche Betätigungsfelder etwa im Bereich der Wissensarbeit, deren Potenziale heute noch nicht in vollem Umfang erkannt und ausgeschöpft werden können. Neue, digitale Formen bürgerschaftlichen Engagements gilt es zu würdigen und Institutionalisierungsbestrebungen dann zu unterstützen, wenn sie von den Engagierten aktiv verfolgt werden.

4. Organisationen profitieren von der aktiven Annahme der digitalen Herausforderung.
Die Digitalisierung bietet neuartige Möglichkeiten für Organisationen und für Tätigkeitsfelder, die sich beispielsweise aus der Senkung von Transaktionskosten für die Vermittlung ergeben. Diese Möglichkeiten sollten zielgerichtet genutzt werden, um Zuspruch und Anerkennung zu stärken sowie sinkender Verbindlichkeit des Engagements erfolgreich zu begegnen. Dabei gilt es, Herausforderungen wie die digitale Spaltung, die Bindung der Aktiven und die Koordination im Fall kleinteiligerer Mitarbeit zu bewältigen.

5. Digitales bürgerschaftliches Engagement verdient öffentliche Förderung und Anerkennung.
Mitarbeit im Digitalen erscheint oft noch als Nische. Sie bedarf angemessener Hilfsmittel, die bedarfsgerecht um- oder aufgebaut werden müssen. Beiden Aspekten sollte sich die öffentliche Hand durch symbolische Würdigung digitalen Engagements und durch materielle Unterstützung für die erforderliche Infrastruktur annehmen. Handlungsfelder sind etwa die Förderung von IT-Hardware und Weiterbildungsangeboten.

(12.9.2014 | Quelle: Kompetenzzentrum öffentliche IT/CC BY 3.0)

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