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Stiftungsporträts

Stiftung Phönikks

Familien leben mit Krebs
Von Christl Rehmenklau-Bremer, Hamburg

Oktober 1986:„Wir brauchen keine Stiftung zur psychosozialen Versorgung von krebskranken Kindern und deren Angehörigen. Wir Ärzte kämpfen ums Überleben der Patienten, da ist kein Platz für Emotionen.“
Dezember 2005:„In Würdigung, dass es sich hier um eine zukunftsweisende, nachahmenswerte Arbeit handelt, wird die Stiftung phönikks mit dem Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorge ausgezeichnet.“

Oktober 1986:„Wir brauchen keine Stiftung zur psychosozialen Versorgung von krebskranken Kindern und deren Angehörigen. Wir Ärzte kämpfen ums Überleben der Patienten, da ist kein Platz für Emotionen.“
Dezember 2005:„In Würdigung, dass es sich hier um eine zukunftsweisende, nachahmenswerte Arbeit handelt, wird die Stiftung phönikks mit dem Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorge ausgezeichnet.“

Bitten, nicht betteln!
Zwischen diesen beiden Polen verläuft die Geschichte der Stiftung phönikks. Sie begann mit der Idee, ein Beratungs- und Hilfezentrum für krebskranke Kinder und deren Angehörige in Hamburg aufzubauen. Betroffene wissen, wie wichtig und notwendig diese Unterstützung außerhalb des Krankenhauses ist. Mit einem ambulanten, psychosozialen, familienorientierten Behandlungskonzept sollte die Lücke zwischen Akutmedizin, stationärer Rehabilitation und Nachsorge geschlossen werden. Doch das stieß auf Skepsis, war nicht gewollt, denn bei allem medizinischen Fortschritt stand das Heilen der Seele auf keinem Kostenplan.

Doch woher das Geld nehmen, um die Idee zu verwirklichen? Das Stiftungskapital von umgerechnet 50.000 € stellte der Verlag Gruner + Jahr zur Verfügung. 1989 bekam die Stiftung von der Deutschen Krebshilfe die Zusage, für zwei Jahre als Modelleinrichtung finanziert zu werden. Seither finanziert sie sich ausschließlich aus Spenden. Das Motto dabei heißt: Bitten, nicht betteln!

Eine Idee setzt sich durch
In Zusammenarbeit mit dem STERN, der Deutschen Krebshilfe und der Uniklinik Hamburg-Eppendorf konnte im Februar 1989 endlich die Beratungsstelle eröffnet werden. Anfangs betreute sie 25 Familien, doch die Zahl der Hilfesuchenden stieg rasant an – auf heute etwa 270 bis 300 Klienten im Jahr.

Das Angebot der Stiftung umfasst neben psychologischer Beratung, Psychotherapie und diverser einzelner Projekte – wie Gesprächsrunden für Eltern oder Kinder – auch die allgemeine Information Betroffener und die Vermittlung von Kontakten zu Selbsthilfegruppen und anderen Anlaufstellen. Die psychologischen Mitarbeiter setzen sich mit erheblichem Aufwand dafür ein, das Nachsorgeangebot weiter zu verbessern. 1998 wurde wegen der wachsenden Nachfrage die Betreuung auf junge Familien ausgedehnt, bei denen ein Elternteil an einem Tumor erkrankt ist. . Zielgruppen der Stiftung sind daher nicht mehr ausschließlich Familien mit krebskranken Kindern, sondern ebenso Familien mit erkrankten Eltern und solche, die krebskranke Angehörige verloren haben. Die Betreuung geht damit über auch die Krankheit hinaus und begleitet die Menschen in der Phase der Trauerbewältigung.

Spenden und Verantwortung
Die hochsensible Arbeit stellt sehr hohe Anforderungen nicht nur an das Engagement der ehren- und hauptamtlich Beschäftigten, sondern auch an die Qualität ihrer Tätigkeit. Wer sich aus Spenden finanziert, hat auch gegenüber seinen Förderern die Verantwortung und Verpflichtung, gesicherte qualitativ hochwertige Leistungen anzubieten und dafür zu sorgen, dass die finanzielle Hilfe auch direkt bei den Krebspatienten ankommt. (Erschienen in S&S Ausgabe 1/2009)

Die Autorin: Christl Rehmenklau-Bremer ist Stifterin und geschäftsführende Vorsitzende der Stiftung phönikks.

www.phoenikks.de

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