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Stiftungsporträts

Social Angels Stiftung

Plattform für bürgerschaftliches Engagement

von Jürgen Röser, Mundelsheim

Die Social Angels Stiftung (SAS) und die Feri Wealth Management, Deutschlands größter unabhängiger Berater für private und institutionelle Vermögen, haben im Juni 2007 das erste „Social Angels Forum" in Ludwigsburg durchgeführt. Bei dem Forum, das unter der Patenschaft von Alexander Brochier (Träger des Deutschen Stifterpreises 2006) stand, hatten sieben Stiftungen die Möglichkeit, sich und ihre Stiftungsprojekte den Anwesenden vorzustellen.

INITIATIVE MIT IQ

Der Auswahl der teilnehmenden Stiftungen, die sich durch eine besonders aktuelle und gesellschaftlich bedeutsame Stif-tungsidee auszeichnen, kam eine besondere Rolle zu. Durch die Auswahlrichtlinien möchte die Initiative aus dem großen Pool von gemeinnützigen Stiftungen diejenigen auswählen, die dem Slogan genügen: „Stiftungen und Stiftungsprojekte mit IQ — Innovation und Qualität”.

In den nächsten Jahren werden laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung in Deutschland Billionenvermögen vererbt. Es werden schon deshalb sicherlich mehr Stiftungen errichtet werden. Aber nicht jeder wird seine eigene Stiftung errichten können und vielleicht trotzdem zum Gemeinwohl beitragen wollen. Der Bedarf an einem Austausch zu qualitativen Kriterien von Stiftungsmanagement und Projekten wird für den stiftungswilligen Bürger deshalb umso wichtiger.

Alexander Brochier, Pate dieser Veranstaltung, ist fest davon überzeugt, dass das Social Angels Forum dem deutschen Stiftungswesen einen wichtigen Impuls gibt. Es seien neben der herkömmlichen Öffentlichkeitsarbeit neue Informationsformate notwendig, um das Engagement von Stiftungen für Bürger transparent zu machen (vgl. Gespräch in S&S 6/2006, 5. 6 ff.).

ERKENNEN VERPFLICHTET

„Erkennen verpflichtet” so lautet deshalb auch der Slogan der 2007 errichteten Social Angels Stiftung. Ziel der bundesweiten Social Angels Initative ist, das persönliche Erkennen der eigenen Möglichkeiten und das Bewusstsein der Notwendigkeit eines bürgerschaftlichen Engagements weiter zu verbreiten. Im November wird ein weiteres Forum in Hamburg stattfinden und im Frühjahr soll eines in München folgen.

Als weiteren Zweig der Social Angels Initiative gibt es neben dem Forum für Stiftungen das Projekt „TransFairBildung”. Damit sollen Wissen und Zeit von älteren Mitmenschen genutzt werden. Die Initiatoren sehen ein großes Potenzial im Know-how vieler Menschen, die in absehbarer Zeit das Rentenalter erreichen. „TransFairBildung” möchte in Zusammenarbeit mit Unternehmen älteren Arbeitnehmern die Aufnahme eines ehrenamtlichen Engagements erleichtern und damit einen Beitrag zum Aufbau einer „BürgerKooperationsGesellschaft” leisten. Sie soll den Arbeitnehmern, die (bald) aus dem Berufsleben ausscheiden, eine sinnvolle Tätigkeit und Perspektive für ihren neuen Lebensabschnitt anbieten und Unternehmen ermöglichen, Verantwortung für ihre scheidenden Arbeitnehmer zu übernehmen (Corporate-Social-Responsibility). Bei einem Gespräch mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Lothar Späth wurde das Projekt „Trans FairBildung” von diesem als „hochinteressant und in der heutigen Zeit nötiger den je” eingestuft. Außerdem laufen bereits Gespräche mit der Landesbank Baden-Württemberg, die sich an der Initiative interessiert zeigt.

Sowohl das Social Angels Forum als auch die TransFairBildung sollen Modellcharakter haben und auf ganz Deutschland als Netzwerk von Veranstaltern ausgeweitet werden. (Erschienen in S&S 5/2007)

Der Autor: Jürgen Röser ist Gründungsvorstand der Social Angels Stiftung und geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens Karl Röser & Sohn GmbH.

www.social-angels.de

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