Akteure & Konzepte

Stiftungsporträts

Die Stiftung Jugendfußball

Welt- und Europameister gehen neue Wege

Seit zehn Jahren agiert die Stiftung Jugendfußball operativ unter dem Motto „Spielend zur Persönlichkeit“. Sie will Kindern und Jugendlichen die Faszination des Spiels mit dem runden Leder vermitteln und sie über den Vereinssport hinaus fürs Kicken begeistern. Fairplay, Freundschaft und Teamgeist sind dabei genauso wichtig wie der sportliche Erfolg. Fußball fördert Sozialkompetenz, Kreativität, Durchsetzungsvermögen, geistige und körperliche Fitness - das ist die Kernbotschaft

Jürgen Klinsmann mit Kindern im FD21 Camp 2005.Foto: Markus Gilliar/GES Sportfoto


Die Stiftung Jugendfußball bündelt Kompetenz in Projekten zu den Leitthemen „Entwicklung im Fußball“ und „Entwicklung durch Fußball“. Sie wurde im Jahr 2000 von erfolgreichen Fußballspielern, Dozenten, Trainern und Wissenschaftlern gegründet, darunter viele der Weltmeister 1990 und Europameister von 1996. Im Rahmen eines Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs hatten sich die besonders verdienten Spieler intensiv mit dem Fußballnachwuchs beschäftigt und Entwicklungsmöglichkeiten herausgearbeitet, die durch das Fußballspiel arrangiert werden können.

Dem Nachwuchs etwas zurückgeben – jungen Menschen durch Fußballspielen Spaß und Freude vermitteln – alternative Wege gehen – sich selbst aktiv einbringen: Diese Aspekte sind der Ursprung der Stiftung Jugendfußball. Die Hauptinitiative zur Stiftungsgründung ging von Prof. Dr. H. Liesen (Prof. für Sportmedizin Universität Paderborn und Betreuer zahlreicher Profimannschaften) und Jürgen Klinsmann aus.

Grenzenlose Euphorie und ein unbefangener Zugang zu Bewegung in den „FD21 raus und spielen Camps“. Foto: FD21


Entwicklung im Fußball
Zunächst entstand im Leitthemenbereich Entwicklung im Fußball das Fachportal FD21.de zum Thema Jugendfußball. Unter dem Motto „raus und spielen“ entwickelte sich FD21 bis 2006 zu einer Initiative für den Jugendfußball, die online wie offline aktiv ist. Hier engagieren sich Fußballstars und Experten für die Kicker von morgen: Multimediale Trainings- und Techniktipps, Spielideen für den Bolzplatz, Anregungen für eine sinnvolle Ernährung, mentale Tools und vieles mehr zeigt das Fachportal.

Die jungen Kicker werden am Computer abgeholt – in den FD21-Fußballcamps und Schulprojekten werden sie dann selbst aktiv. In Kooperation mit öffentlichen Partnern und Förderern, im Netzwerk mit der Wissenschaft und mit Unterstützung der Stiftung Jugendfußball soll FD21.de DIE Online-Plattform für zentrale inhaltliche Entwicklungen im Fußball bleiben.

Entwicklung durch Fußball
Neue Wege gehen, Gewohntes aufbrechen — Modellvorhaben und Pilotprojekte auf kurzem Weg in die Praxis führen — mit dem Fußball hineinwirken in die Entwicklungsfelder von jungen Menschen: Vorstellungen der Stiftung Jugendfußball im Leitthemenbereich „Entwicklung durch Fußball“ wurden umgesetzt mit der Gründung von streetfootballworld. 2002 als Stiftungsprojekt gestartet, hat streetfootballworld unter dem Dach der Stiftung ein globales Netzwerk für die soziale Dimension des Fußballs aufgebaut. Mittlerweile hat sich das Projekt zu einer eigenständigen und unabhängigen gemeinnützigen Körperschaft entwickelt und gilt mit den Netzwerkpartnern als Motor der Bewegung rund um das Thema Entwicklung durch Fußball.

streetfootballworld festival06 - Eine Woche lang knüpften 192 Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren aus 22 sozialen Fußballprojekten der ganzen Welt „ BallKontakte“. Foto: Mauricio Bustamente

Entwicklungen aus dem Projekt streetfootballworld finden aktuell einen erfolgreichen und nachhaltigen Transfer in der Football for Hope Bewegung, die 2007 von FIFA und streetfootballworld als Teil einer strategischen Allianz ins Leben gerufen wurde. Ziel der Bewegung ist es, das Potenzial des Fußballs als ein Tool für soziale Entwicklung, Friedensarbeit und sozialen Wandel bestmöglich auszunutzen. Es ist unbestritten, dass Fußball über Generationen und Kulturen hinweg fasziniert und dabei wichtige Werte transportiert.

Rund um die Welt nutzen lokal arbeitende Organisationen den Fußball um soziale Herausforderungen anzugehen. Durch das Spiel werden grundlegende Werte vermittelt und Impulse gesetzt, die einen positiven Wandlungsprozess sowohl in den Personen als auch in deren sozialem Umfeld ermöglichen.

Im Rahmen der offiziellen Kampagne der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010™ „20 Zentren für 2010“ werden zwanzig Football for Hope Zentren mit Infrastruktur für Sport-, Gesundheits- und Bildungsprogramme in Afrika gebaut. Die Stiftung Jugendfußball und streetfootballworld agieren in diesem Themenbereich v. a. auf nationaler Ebene gemeinsam weiter. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird als Vermächtnis der WM 2006 in Deutschland das bundesweite Netzwerk „Jugendförderung durch Fußball“ etabliert und koordiniert. In diesem Netzwerk schließen sich Organisationen aus Deutschland zusammen, die nachhaltig und erfolgreich den Fußball als Instrument für Jugendsozialarbeit und Integration einsetzen.

Projekte der Stiftung Jugendfußball tragen zur Zukunftsgestaltung des Nachwuchsfußballs bei, sie nutzen die Möglichkeiten des Fußballs um junge Menschen nachhaltig in ihrer Entwicklung zu fördern und entsprechen dem in der Satzung festgelegten Stiftungszweck.

Entwicklung im Dialog
Die Stiftung Jugendfußball sucht den permanenten Austausch zu Experten aus der Wissenschaft und Praxis und forciert den Austausch zwischen allen am Prozess Beteiligten. In diesem Sinne werden eigene Projekte und Auftragsforschung angeregt, Partner gesucht und Projekte über ihre gesamte Laufzeit begleitet. Die Stiftung initiiert sowohl Forschungs-, als auch Modell- und Vernetzungsprojekte. Die unabhängige Verknüpfung zwischen Praxis, Theorie und Wissenschaft ist Arbeitsgrundlage für neue Ideen. Auch unsere Partner bringen Ideen für gemeinsame Vorhaben mit, die Kosten der Projekte werden von verschiedenen Trägern getragen.

Ein Auszug aus aktuellen Entwicklungsprojekten:
• soccersense: den Nachwuchs gezielt testen und trainieren
• kidSTABI: alters- und entwicklungsgerechte Verletzungsprävention und Stabilisation
• Faszination Fußball – Lernfeld Stadion: Entwicklung von Inhalten zur werteorientierten Arbeit mit Kindern von Bundesliga Kids Clubs

Strategisches Anliegen ist es, für erfolgreich befundene Pilot- oder Entwicklungsprojekte aktiv weiterzugeben (Projekttransfer*), um mehr Menschen zu erreichen und eine größere gesellschaftliche Wirkung erzielen zu können. Aufgrund des eher geringen Stiftungskapitals (< 1.000.000 €) vergibt die Stiftung keine Stipendien und fördert finanziell keine Fremdprojekte.(09/06/10; Katrin Hemschemeier, Stiftung Jugendfussball, Paderborn)

*Lesen Sie zum Thema Projekttransfer (Verbreitung von Stiftungsprojekten) auch die Roten Seiten zu Stiftung&Sponsoring Ausgabe 3/2010 mit dem Thema „Skalierung von Stiftungsprojekten. Clever investieren – Erfolgreiche Programme verbreiten“ von Angela Lawaldt und Christian Meyn.

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