Akteure & Konzepte

Stiftungsporträts

Die Stiftung Buchkunst

Als kultureller Akteur hat die Stiftung Buchkunst einen klar formulierten gesellschaftlichen Auftrag. Sie fördert das vorbildlich gestaltete Buch und verschafft ihm durch zwei bedeutende, jährlich stattfindende Buch-Wettbewerbe ein viel beachtetes Forum. „Die schönsten deutschen Bücher“ und „Schönste Bücher aus aller Welt/Best Book Design from all over the World“ sind Gestaltungs-Wettbewerbe, die die Stiftung Buchkunst jährlich organisiert.

Durch Kooperationen mit Bibliotheken, Goethe-Instituten und den internationalen Partnerorganisationen der ca. 40 Länderwettbewerbe werden die Wettbewerbsergebnisse in Wander- und Sonderausstellungen, durch Vorträge und Publikationen kommuniziert. Im Mittelpunkt stehen dabei Austausch und Informationen über Buchdesign, über Kriterien guter Lesetypografie, über Ausstattung und Produktionsqualität, also die aktuellen Herausforderungen in der Buchgestaltung und der Buchproduktion.

Vier Stifter finanzieren die Aktivitäten der Stiftung Buchkunst, einer Stiftung bürgerlichen Rechts: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., die Deutsche Nationalbibliothek, die Stadt Frankfurt am Main und die Stadt Leipzig. Förderer sind der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Land Hessen. Der Freundeskreis der Stiftung Buchkunst e.V. unterstützt seit 1994.

(Foto: Katalog Die schönsten deutschen Bücher 2009; Stiftung Buchkunst, Frankfurt am Main. © Nicolai Wolff/Fotoetage, Bremen)

Die schönsten deutschen Bücher
Seit 58 Jahren findet der Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher – Vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung – Prämiiert von einer unabhängigen Jury“ statt, mittlerweile mit jährlich über eintausend Einreichungen. Aufgabe des Wettbewerbs ist die vergleichende Wertung und die Ermittlung herausragender Leistungen in der Gestaltung und Herstellung von Büchern. Jeweils am Ende eines Jahres begutachten zwei Fachjurys die zum Wettbewerb eingesandten Bücher. Die Erste Jury setzt sich aus sieben Fachleuten zusammen, die Zweite Jury aus acht Profis der Branche. Beide Jurys rotieren. Beurteilt werden: Konzeption, Typografie, Illustration, Umschlag, Ausstattung und Gesamtgestaltung; ferner die Qualität von Satz, Umbruch, Lithografie, Druck, Papier und Bindung. Zwar sind die Prämiierungen undotiert, dennoch ist der jährliche Wettbewerb für Verlage und Buchgestalter/innen Herausforderung und Maßstab. Die Ergebnisse des Wettbewerbs setzen Orientierungspunkte und verfolgen seismografisch neue Entwicklungen: Die Vielzahl junger Preisträger unterstreicht die Offenheit für Innovation, ohne dabei den Bezug zur langen Buchtradition zu verlieren.


(Foto: 1. Preis der Stiftung Buchkunst 2009: Judith Schalansky – Atlas der abgelegenen Inseln; mareverlag, Hamburg. © Bärbel Högner, Frankfurt am Main)

Jedes Jahr dokumentiert ein Katalog das Ergebnis des Wettbewerbs. Die mit der Realisierung beauftragten, jährlich wechselnden Gestalter/innen finden jeweils eine eigene Form für die Aufgabe, die ausgezeichneten Bücher im Buch zu präsentieren. Der Katalog 2009, betreut von oblik, Bremen, unterscheidet sich von seinen Vorgängern deutlich: Das Wesen eines gedruckten Buches und damit seine Materialität stehen im Zentrum. Der Fotografie wird oberste Priorität eingeräumt. Die künstlerischen Fotografien zeigen Gewebe, Farbschnitt, Kapitalband, Prägung, Papieroberfläche – all die Stärken der schönsten Bücher. Der Katalog umfasst 300 Seiten, enthält ausführliche Begründungen und bibliografische Daten und ist zweisprachig deutsch/englisch. Zu beziehen ist der Katalog für 12 € über den Buchhandel. ISBN: 978-3-7657-3090-0.

Preis der Stiftung Buchkunst
Aus den prämiierten Büchern ermittelt dann eine fünfköpfige Sonderjury den dreiteiligen „Preis der Stiftung Buchkunst“. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gestiftet. Aus den prämiierten Büchern ermittelt dann eine fünfköpfige Sonderjury den dreiteiligen „Preis der Stiftung Buchkunst“. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gestiftet.

Förderpreis für junge Buchgestalter
Mit dem „Förderpreis für junge Buchgestalter“ wird junge, innovative Buchgestaltung von Gestalter/innen unter 35 Jahren gewürdigt. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien stellt für den dreiteiligen Preis 5.100 Euro zur Verfügung. Über den Förderpreis entscheidet eine eigene fünfköpfige Sonderjury.
Die Preise der Stiftung Buchkunst, die Förderpreise für junge Buchgestalter sowie alle Urkunden für die ausgezeichneten Bücher werden auf der Frankfurter Buchmesse am Stand der Stiftung Buchkunst überreicht. Dort sind auch alle Einsendungen in einer Freihandausstellung ausgestellt.

Ausstellungen im In- und Ausland
Die Kollektionen der preisgekrönten Bücher sind in Bibliotheken, Buchhandlungen und Kulturinstituten in vielen Orten Deutschlands zu sehen. Kooperationen mit der Frankfurter Buchmesse machen es möglich, die „Schönsten“ auf internationalen Buchmessen zu präsentieren, 2010 z.B. in: Abu Dhabi, Buenos Aires, Bukarest, Guadalajara, Havanna, Istanbul, Kapstadt, Moskau, Taipeh, Thessaloniki, Vilnius und ganzjährig in den deutschen Buchinformationszentren BIZ Bukarest und BIZ Peking sowie im German Book Office GBO New Delhi. Ausstellungen organisieren ebenso die Goethe-Institute Hongkong, Lissabon, St. Petersburg, Tiflis, Tokyo, Vilnius.

Am Ende eines Ausstellungsjahres übergibt die Stiftung Buchkunst die ausgezeichneten Bücher dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum Leipzig, dem Gutenberg-Museum Mainz sowie den Bibliotheken des mediacampus frankfurt Schulen des Deutschen Buchhandels, und der Stuttgarter Hochschule der Medien.

(Foto: © Stiftung Buchkunst, Frankfurt am Main & Leipzig)

*Schönste Bücher aus aller Welt. Best Book Design from all over the World *
Seit 1963 wird in Leipzig jährlich der weltweit einzigartige Buchgestaltungswettbewerb durchgeführt. Mit der Organisation dieses internationalen Wettbewerbs „Schönste Bücher aus aller Welt“ ist die Stiftung Buchkunst seit 1991 betraut. Die jährlich 600 bis 800 „schönsten Bücher“ aus 35 bis 40 Ländern sind zuvor in nationalen Wettbewerben von Fachgremien ausgezeichnet worden. In Leipzig ermittelt eine international besetzte, jährlich rotierende Jury aus sieben Fachleuten 14 Preise: Als höchste Dotierung vergibt sie die „Goldene Letter“, gefolgt von einer Goldmedaille, zwei Silbermedaillen, fünf Bronzemedaillen und fünf Ehrendiplomen. Die Medaillen und Urkunden werden in einem Festakt auf der Leipziger Buchmesse am Stand der Stiftung Buchkunst vom Kulturdezernenten der Stadt Leipzig und dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Buchkunst an die Buchgestalter/innen verliehen. Auf der Messe sind alle Einsendungen im Länderalphabet ausgestellt. Preisverleihung und Ausstellung erreichen interessierte Laien wie auch die Fachbranche und wirken weit über die Grenzen Leipzigs und Deutschlands hinaus. Sie sind Ausdruck einer grenzübergreifenden kulturellen Zusammenarbeit. Die Stiftung Buchkunst fördert damit die transnationale Verbreitung der Buchkultur und die nachhaltige Vermittlung visueller wie inhaltlicher Werte. Den Besuchern wird das gemeinsame Erbe bei kultureller und künstlerischer Vielfalt gezeigt.

(Foto: Goldene Letter 2010: Elisabeth Hinrichs, Aileen Ittner, Daniel Rother – XX– ; Institut für Buchkunst Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig. © Bärbel Högner, Frankfurt am Main)

Am Ende eines Ausstellungszyklus gehen die Bücher des internationalen Wettbewerbs als Schenkung an das Deutsche Buch- und Schriftmuseum Leipzig. Dort stehen die Bücher nach Einarbeitung ins Archiv der Öffentlichkeit zur Verfügung. (23/04/10; Quelle: Stiftung Buchkunst)

www.stiftung-buchkunst.de

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