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Die Dominik Brunner-Stiftung

Dominik Brunner ist am 12.9.2009 Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens geworden, nachdem er sich am Münchner S-Bahnhof Solln schützend vor vier bedrohte Kinder gestellt hatte. Er hat nicht weggesehen, sondern selbstlos geholfen, als andere in Not waren. Die Gewalttat löste bundesweit Entsetzen aus. Bundespräsident Horst Köhler und der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer würdigten das Vorbild für Zivilcourage und verliehen ihm posthum das „Bundesverdienstkreuz 1. Klasse“ sowie den "Bayerischen Verdienstorden".

(v.l.): Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München und Kuratoriumsmitglied der Dominik-Brunner-Stiftung

Ganz im Sinne von Dominik Brunner wollte die ERLUS AG, wo er viele Jahr beschäftigt war, den Worten auch Taten folgen lassen und gründete gemeinsam mit der Familie des Verstorbenen sowie Freunden und Weggefährten im Oktober 2009 die Dominik-Brunner-Stiftung. Die offizielle Anerkennung erfolgte am 17.11.2009 durch die Regierung von Niederbayern.

Der Zivilcourage eine Heimat geben
Mut und Zivilcourage gehören zweifelsfrei zu den Idealen und Überzeugungen, die die Gesellschaft zusammen halten. Der Fall Dominik Brunner zeigt auf besonders drastische Weise die Gefahren von offener Gewalt. Nicht jeder hat das Glück, bei einem brutalen Überfall einen Beschützer wie ihn zur Seite zu haben. Willy Brandt schrieb in seinen Erinnerungen: „Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit.“ So will die Stiftung Menschlichkeit, Nächstenliebe, Bürgersinn und Zivilcourage als zentrale Werte stärken. Sie baut dabei ihre Aktivitäten auf drei Säulen:

1. Aufklärung und Sensibilisierung
Die Öffentlichkeit für Zivilcourage zu sensibilisieren, ist eine wesentliche Zielsetzung der Stiftung. Die Aufklärungsarbeit erfolgt dabei v.a. über Pressearbeit, Plakate, Druckschriften, Ausstellungen, Informations- und Motivationskampagnen sowie -veranstaltungen. In den Medien ist die gemeinsam mit der Initiative „Münchener Courage“ durchgeführte Aktion „Nimm dein Herz in die Hand“ besonders bekannt geworden: Alle Bürger wurden im Dezember 2009 zu einer Kundgebung in München aufgerufen. Trotz eisiger Kälte sind viele Prominente und 3.000 Menschen dem Aufruf gefolgt und haben „Herz gezeigt“.

2. Unterstützung von Projekten zur Gewaltprävention
Neben der aktiven Werbung für mehr Zivilcourage soll die Stiftung auch Projekte zur Gewaltprävention fördern, wie z.B. in der Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen von pädagogischen Projekten sowie bei sonstigen Maßnahmen im schulischen und außerschulischen Bereich.

3. Hilfe für die Opfer
Die dritte Säule steht für die Unterstützung der Menschen, die wegen ihres selbstlosen Handelns gesundheitlich oder finanziell in Not geraten sind. Auch deren Angehörige sollen unterstützt werden. Wer aufgrund von Zivilcourage Opfer einer Gewalttat geworden ist, wird von der Stiftung Unterstützung erfahren, finanziell oder in Form medizinischer Hilfe, Beratung und Betreuung. Mit Opfern und Opfergruppen soll intensiv zusammengearbeitet, für die Belange der Geschädigten öffentlich eingetreten sowie Projekte der Schadenswiedergutmachung und des Täter-Opfer-Ausgleichs unterstützt werden. Mittel- bis langfristig ist die Vergabe von Auszeichnungen für Zivilcourage geplant. (Quelle: Peter Maier, Vorstandsmitglied der Dominik-Brunner-Stiftung, S&S Ausgabe 2/2010)

www.dominik-brunner-stiftung.de

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