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Stiftungsporträts

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Ein Ort, an dem Kulturdenkmale verfallen, ist wie ein Mensch, der sein Gedächtnis verliert.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde 1985 unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten gegründet. Als größte private Institution, die sich bundesweit für den Denkmalschutz engagiert, hat sie zwei Aufträge: bedrohte Kulturdenkmale zu bewahren und das Bewusstsein für den Denkmalschutz in der Öffentlichkeit zu stärken, um möglichst viele Menschen zur Mithilfe zu gewinnen.

Der Bagno-Konzertsaal in Steinfurt vor der Restaurierung. Heute erstrahlt er wieder in alter Pracht. Foto: DSD

Durch eine breite Presse- und Öffentlichkeitsarbeit informiert die Stiftung über ihre Arbeit. Nur wer um die Notwendigkeit und Probleme des Denkmalschutzes weiß, kann für eine aktive Mitarbeit gewonnen werden. Publikationen wie die Zeitschrift MONUMENTE, der „Tag des offenen Denkmals“, die Benefizkonzertreihe „Grundton D“ mit dem Deutschlandfunk, Ausstellungen und Vorträge, Fortbildungszentren für Handwerker und Architekten, die DenkmalAkademie in Romrod und ein weites Netz ehrenamtlicher Ortskuratorien sind nur einige Aktivitäten der Stiftung, die der Bewusstseinsbildung für die Bedeutung des Denkmalschutzes dienen.

Insbesondere junge Menschen für das Kulturerbe und den Denkmalschutz vor Ort zu begeistern, dieses Ziel verfolgen gleich zwei Projekte: die Schulaktion „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“, und die Jugendbauhütten. Während mit der bundesweiten Aktion von “denkmal aktiv” Schulen angeregt werden, das Themenspektrum Kulturerbe und Denkmalschutz in den Schulunterricht zu integrieren, können in den Jugendbauhütten junge Menschen ein „Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege“ absolvieren. Im Rahmen dieses Freiwilligen Jahres sind die Jugendlichen im Alter von 18 bis 26 Jahren in Handwerks- und Baubetrieben, bei Architektur- und Planungsbüros sowie bei Denkmalbehörden praktisch tätig. In sieben über das Jahr verteilten Seminarwochen vertiefen sie zudem ihre erworbenen Fertigkeiten und erhalten Informationen über Stil- und Materialkunde, Forschungs- und Arbeitsmethoden, Geschichte und Grundlagen der Denkmalpflege sowie die Bedeutung des europäischen Kulturerbes.


Für Schloss Ludwigsburg in Loissin (Mecklenburg-Vorpommern) zeichnet sich bereits eine bessere Zukunft ab. Foto: DSD

Zur dauerhaften Pflege von Kulturdenkmalen nimmt die Stiftung seit 1994 auch private Stiftungen in ihre treuhänderische Verwaltung. Diese Stiftungen dienen über die Lebenszeit des Stifters hinaus der Bewahrung der Kulturlandschaft. Sie sind Beispiele für verantwortliches, dem Gemeinwohl verpflichtetes Handeln im demokratischen Staat. Die Stifter stellen sich in eine jahrtausendalte Tradition, der wir große Teile unseres kulturellen Reichtums verdanken.

Über 190.000 private Förderer haben der DSD seit ihrer Gründung Spenden anvertraut. Diese Zahl belegt die große Bedeutung, die die Bevölkerung dem Erhalt der ihr anvertrauten gebauten Umwelt zumißt. Über 430 Millionen Euro konnte die Stiftung aus diesen privaten Spenden, Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, und zeitweiligen Bundeszuschüssen mehr als 3.600 Baudenkmalen zur Verfügung stellen: Stadt- und Dorfkirchen, Klöster, Burgen und Schlösser, Bürgerhäuser, Industriedenkmale, Parks, öffentliche Bauten und archäologische Grabungen haben davon profitiert. In vielen Fällen konnten erst durch die privaten Mittel der Stiftung weitere öffentliche Fördermittel für die Projekte in Anspruch genommen werden. Die finanziellen Beiträge der Stiftung ergänzen damit die staatliche Förderung, sie sollen und können sie aber nicht ersetzen. Die Aufgabe, unsere Kulturlandschaften zu erhalten ist groß, viele Bauwerke sind weiterhin gefährdet. Wenn Klosterkirchen verfallen, Schlösser und Bauernhöfe verwahrlosen oder ganze Städte ihr Gesicht verlieren, ist das Engagement Vieler gefragt. (14/04/10; Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

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