Akteure & Konzepte

Stiftungsporträts

20 Jahre Otto-Perl-Stiftung

Aufgabe der Stiftung Sächsische Behindertenselbsthilfe – Otto Perl ist die Förderung der Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen. Dazu gewährt sie unter anderem finanzielle Hilfen an behinderte Menschen, die sich unverschuldet in einer Notlage befinden.

Mehr als 1.300 Menschen mit Behinderungen und ihren Familien konnte dadurch bisher mit insgesamt 2,7 Mio. € geholfen werden.

Mit dem Landeshilfsmittelzentrum des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen e.V. und der Landesdolmetscherzentrale für Gehörlose in Zwickau fördert die Stiftung zudem Institutionen, die für viele Betroffene eine wichtige praktische Hilfe bieten. Und mit der Finanzierung der drei Beratungsstellen für barrierefreies Bauen in Chemnitz, Dresden und Leipzig konnte sie dazu beitragen, das Wissen und das Bewusstsein um barrierefreies Bauen zu verbreiten. Es war aber auch die Otto-Perl-Stiftung, die einen wesentlichen Anteil daran hatte, dass an der Westsächsischen Hochschule Zwickau ein Studiengang Gebärdensprachdolmetschen eingerichtet wurde. Insgesamt konnte die Stiftung bisher Leistungen in Höhe von 13,5 Mio. € vergeben.

Der Name der Stiftung erinnert an Otto Perl, einen aus Sachsen stammenden Pionier der Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen. Perls Wirken fällt in die Zeit der Weimarer Republik. 1919 gründete er gemeinsam mit anderen den Selbsthilfebund Körperbehinderter, der auch Perlbund genannt wurde. Ein Studium der Philosophie und Volkswirtschaft musste er wegen der Inflation abbrechen. In den Jahren bis 1933 setzt er sich, so gut es ihm möglich war, für die Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen ein. Er wandte sich gegen die Anstaltsfürsorge seiner Zeit und forderte ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen. Für ihn war Bildung der Schlüssel zur Teilhabe, Bildung, die er sich unter widrigen Bedingungen selbst hart erarbeiten musste.

“Die Stiftung ist gelebte Solidarität der Menschen mit Behinderungen untereinander”, betonte Sachsens Sozialministerin Christine Clauß. “Wir haben eine Herzensangelegenheit des damaligen Sozialministers Hans Geisler umgesetzt. Seit dieser Zeit haben sich unser Land und unsere Gesellschaft aber weiterentwickelt. Wir müssen uns daher gemeinsam Gedanken machen, ob und vor allem wie sich auch die Otto-Perl-Stiftung weiterentwickeln muss.”

(12.12.2013 | Quelle: Sächsische Staatskanzlei)

Website zur Otto-Perl-Stiftung

Zur Übersicht "Akteure & Konzepte // Stiftungsporträts"