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Wunsch nach offenem Umgang mit Sterben und Tod

Mit dem Thema "Sterben und Tod in der Literatur" ist die dreiteilige Veranstaltungsreihe "Sterben und Tod in Film, Unterhaltung und Literatur" der Dietmar Hopp Stiftung für ehrenamtliche Sterbebegleiter aus der Metropolregion Rhein-Neckar zu Ende gegangen.

Sophie van der Stap (Foto: Dietmar Hopp Stiftung)

“Die Veranstaltungsreihe hatte zum Ziel, den geförderten Sterbebegleitern über unsere Kursangebote hinaus weitere Impulse für ihr Ehrenamt mitzugeben. Die Rückmeldungen und die Teilnehmerzahlen zeigen, dass ein Bedürfnis bei den Ehrenamtlichen besteht, offen und öffentlich über ihr Ehrenamt zu sprechen”, so Meike Leupold von der Dietmar Hopp Stiftung.

Bei Gespräch und Lesung waren die Bestseller-Autorin Barbara Pachl-Eberhart (“Vier minus drei”) und der Diplom-Psychologe und Autor eines neuen Ansatzes in der Trauerbewältigung Roland Kachler zu Gast im Odenwald-Institut in Wald-Michelbach. In den Gesprächsrunden nach den Lesungen wurde deutlich, dass Trauerbewältigung zwar immer ein individueller Prozess ist, jedoch die Literatur einen wichtigen Beitrag für trauernde Menschen leisten kann. Dabei ist der Ansatz des Loslassens nicht immer der richtige Weg. Im offenen Gespräch über die eigene Trauerarbeit waren sich beide Autoren einig, dass auch nach dem Tod eine enge Beziehung zu den Verstorbenen bestehen bleiben kann und darf.

In der ersten Veranstaltung, die am in der Akademie für Gesundheitsberufe in Heidelberg stattfand, zeigten zwei Frauen, wie sie sich ihrer Krebserkrankung auf mutige Weise stellten. Die heute wieder gesunde 29-jährige Bestseller-Autorin Sophie van der Stap, deren Buch “Heute bin ich blond” derzeit als Film in den deutschen Kinos läuft, sprühte im Gespräch vor Lebensmut. In leisen Zwischentönen machte sie deutlich, wie sehr die Lebenslust sie im Kampf gegen den Krebs gestärkt hat. Die gezeigten Filmsequenzen unterstrichen die Leichtfüßigkeit, die den Film und die Buchvorlage auszeichnet. Die Reportage “Wenn man nur wüsste …” von Frauke Hess zeigt Bärbel Freund, die sich vom Gang ins Hospiz Elias bis zu ihrem Tod von der Kamera begleiten ließ. Ideengeber zum Film war Rolf Kieninger, Leiter des Ludwigshafener Hospizes Elias, der Bärbel Freund gut kannte. Er berichtete im Gespräch, auf welche Weise eine solche Reportage anderen Menschen Mut machen kann.

Am zweite Nachmittag in Ludwigshafen zeigten die Kabarettistin Sabine Schossig-Roevenich als Hospiz-Putzfrau “Meschthild” und der Referent Heinz Hinse mit Karikaturen zu Krankheit und Tod, dass sich Hospiz und Humor nicht ausschließen, sondern dass der Humor eine geradezu wichtige und befreiende Komponente in der Hospizarbeit einnehmen kann. Im Gespräch mit der Moderatorin Doro Wiebe-Plutte unterstrichen beide, dass Humor in der Hospizarbeit seine Grenzen kennen müsse, aber auch grenzenlos erleichternd sein könne, wenn man auf achtsame Weise den Humor des Patienten aufgreift. Dass Humor bei Kindern sich vom Humor bei Erwachsenen unterscheidet, unterstrich Martina Olf, Mitarbeiterin des Kinderhospizes Sterntaler in Dudenhofen. Sie berichtete den ehrenamtlichen Sterbebegleitern, dass Humor im Kinderhospiz oft aus einer Alltagssituation heraus entstehe.

Die Aktion “Starke Weggefährten” läuft noch bis Ende 2013. Meike Leupold: “Bis Jahresende bieten wir in Kooperation mit den Bildungsinstituten noch über 60 fachliche Weiterbildungen an. Wir freuen uns, wenn die ehrenamtlichen Sterbebegleiter unser Angebot weiterhin gut nutzen.”

(22.4.2013 | Quelle: Dietmar Hopp Stiftung)

Website zur Aktion “Starke Weggefährten“

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