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Vodafone Stiftung: Elternarbeit für gerechte Bildungschancen

Ein neuer Kompass soll die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus verbessern helfen. Eine Expertenkommission hat erstmals Empfehlungen für Kultusministerien, Schulleitungen und Eltern zur Implementierung in die Schulpraxis entwickelt.

Bislang existiert noch kein flächendeckendes Angebot schulischer Elternarbeit in Deutschland. Fortschritte in diesem Bereich der Schulentwicklung sind zumeist dem Engagement Einzelner geschuldet. Oft herrscht auch Orientierungslosigkeit: Wie soll eine zunehmend heterogene Elternschaft angesprochen und eingebunden werden? Wie sollten die Rollen zwischen Schule und Elternhaus verteilt sein?

Um diese Lücke zu schließen, hat die Vodafone Stiftung Deutschland gemeinsam mit einer wissenschaftlichen Expertenkommission sowie Vertretern der Bildungspraxis und der Kultusministerien der Länder, Qualitätsmerkmale als Kompass für die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus entwickelt. Mit der Handreichung erhalten die Schulleitungen, Kultusministerien und Eltern Empfehlungen für gute Elternarbeit in der Praxis. Zur Frage der Implementierung führt die Stiftung Gespräche mit der Kultusministerkonferenz.

Viele Schulen haben die Vorteile einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft bereits erkannt. Was indes oft fehlt, ist eine langfristige strukturelle Verankerung sowie ein gemeinsames Verständnis darüber, was “gute” Elternarbeit ausmacht. “Viele Schulen engagieren sich bereits in der Elternarbeit. Wir benötigen allerdings einen richtungsgebenden Kompass für die Zusammenarbeit, damit die Schule ein offener Begegnungsort wird”, so Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland.

Wie Erhebungen zeigen, sind Eltern in hohem Maße am Bildungserfolg ihrer Kinder interessiert und möchten sie gern unterstützen. Häufig scheitern jedoch gerade sozial benachteiligte Eltern an ihrer Unsicherheit gegenüber der Institution, an mangelndem Orientierungswissen und an der unklaren Auffassung darüber, welches Engagement überhaupt von ihnen gewünscht bzw. nötig ist. Hans-Peter Vogeler, Vorsitzender des Bundeselternrates, unterstreicht: “Die Unsicherheit in der Erwartung an Schule und in dem Umgang mit der Schule resultiert vielfach aus ihren eigenen Erfahrungen, die sie in ihrem Leben als Schülerin oder Schüler gemacht haben. Eltern sind aber Experten für ihr Kind. Nur wenn die Schule Eltern als Experten respektiert und ihnen damit auf Augenhöhe begegnet, können und werden sich Eltern einbringen.”

Die Merkmale setzen sich aus Leitbildern, Maßnahmen und nachahmenswerten Beispielen zusammen, die eine anregende Hilfestellung für eine Umsetzung und Implementierung in den Schulalltag geben. Das Qualitätsmerkmal A beschreibt die Entwicklung einer Willkommens- und Begegnungskultur in der Schule. Alle Eltern sollen sich als Teil der Schulgemeinschaft wohl und wertgeschätzt fühlen. Dies ist bereits mit relativ wenig Aufwand, etwa durch Wegweiser in unterschiedlichen Sprachen, durch Mentoren- oder Patenfamilien-Modelle möglich.

Ein weiterer bedeutender Baustein gelingender Elternarbeit ist, so die Experten, eine möglichst vielfältige und respektvolle Kommunikation. Gemeint sind ein regelmäßiger und anlassunabhängiger Informationsaustausch und die Nutzung vielfältiger Kommunikationswege und Kommunikationsformen. Empfohlen werden hier etwa ein Elternhandbuch, eine verbindliche Informationsversorgung über Schul-Website und E-Mail-Verteiler, ein mehrsprachiges Informationsangebot oder Workshops zur Kommunikationskompetenz.

Ein anderes Merkmal umschreibt eine Erziehungs- und Bildungskooperation, bei der Eltern, Lehrkräfte und SchülerInnen gemeinsam am Erziehungs- und Bildungserfolg arbeiten und sich über Lernziele und Inhalte abstimmen. Beispielhaft werden hier gemeinsame Lernverträge und Bildungslotsen sowie Eltern-Mentoren angeführt.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die gelingende Partizipation der Eltern. Gewährleistet werden soll eine kollektive Mitbestimmung und Mitwirkung der Elternschaft bei Entscheidungen über das Schulleben und Unterrichtsgeschehen. Dazu zählen zum Beispiel die frühzeitige und umfassende Information über das Mitbestimmungsrecht der Eltern in den Schulen, eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern- und Schüler-Vertretung sowie die Kooperation mit Migrantenvereinen und anderen externen Netzwerken und Institutionen.

(10.4.2013 | Quelle: Vodafone Stiftung Deutschland)

Publikation "Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit" (PDF-Download)

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