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Neuregelung des Pflegeberufs: DSKN empfiehlt Rücksichtnahme auf Besonderheiten Neugeborener

Das Bundesgesundheitsministerium das Bundesfamilienministerium wollen die Pflegeberufe zukunftsgerecht weiterentwickeln und attraktiver machen. Dazu wird in einem Referentenentwurf die Abschaffung der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zugunsten eines einheitlichen Pflegeberufes vorgeschlagen. Die Deutsche Stiftung Kranke Neugeborene empfiehlt jedoch dringend, die spezifischen Besonderheiten bei der Pflege von Neugeborenen bei der Neustrukturierung der Pflegeausbildung zu berücksichtigen.

Die Errungenschaften der Neugeborenenmedizin haben, so die Stiftung, zu einer starken Senkung der Säuglingssterblichkeit geführt. “Die in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte in der Versorgung kranker Neugeborener resultieren in einem großen Maße aus der hohen Spezialisierung nicht nur der Ärzte, sondern auch ganz maßgeblich im Bereich der Pflege”, so Prof. Mario Rüdiger, Vorstand der DSKN – Deutsche Stiftung Kranke Neugeborene. “Ein Prozess, der durch den vorliegenden Vorschlag unzureichend berücksichtigt wird.”

Die Situation kranker Neugeborener unterscheide sich – nicht nur bezüglich der Körpermaße – grundsätzlich von allen anderen Altersstufen und mache eine sehr spezifische Ausbildung der Pflegenden notwendig: Die ersten Lebenstage sind durch eine Vielzahl unterschiedlicher Adaptationsprozesse gekennzeichnet, die eine ganz außergewöhnliche Situation im Leben eines Menschen darstellen und im Falle der Erkrankung des Neugeborenen einer sehr spezifischen Expertise der Pflegenden bedürfen.

Zusätzlich werde die Zeit nach der Geburt durch den Aufbau der Eltern-Kind-Bindung geprägt, die durch die Erkrankung bzw. die notwendige Behandlung beeinträchtigt werden kann. Eine gute Eltern-Kind-Bindung sei aber eine Grundvoraussetzung für die gesunde Entwicklung der Kinder. Hier kämen den Pflegenden eine wichtige Rolle zu.

Die in dem vorliegenden Referentenentwurf vorgeschlagenen Änderungen würden diesen sehr spezifischen Anforderungen bei der Pflege kranker Neugeborener nicht gerecht. Die Deutsche Stiftung Kranke Neugeborene empfiehlt, bei dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe diese spezifischen Aspekte Früh- und kranker Neugeborener besser zu berücksichtigen.

(10.12.2015 | Quelle: DSKN)

Website der Deutschen Stiftung Kranke Neugeborene

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