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Lehrerverband kritisiert Bertelsmann-Studie über Bildungsverläufe

Der Deutsche Lehrerverband hat die jüngste Bildungsstudie der Bertelsmann-Stiftung als "höchst tendenziös und völlig wertlos" attackiert und die Kultusminister der 16 deutschen Länder aufgefordert, eigene Erhebungen vorzulegen und sich nicht von höchst einseitigen Statistiken privater Stiftungen beeindrucken zu lassen.

Der Verband kritisiert auch, dass Bertelsmann diese Studie von Leuten hat erstellen lassen, die mit der Gemeinschaftsschule dezidiert die Ideologie der Einheitsschule vertreten. Dies gilt insbesondere für die Leiterin der Studie, Professorin Gabriele Bellenberg.

Nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands gefalle sich die Bertelsmann-Stiftung offenbar in Krisenszenarien, wenn sie jetzt von deutschlandweit 50.000 Bildungsabsteigern und 23.000 Bildungsaufsteigern spreche. Damit aber ignoriere die Stiftung, so DL-Präsident Josef Kraus, in skandalöser Weise, dass es laut Statistischem Bundesamt zuletzt in Deutschland (Stand: 2011) neben 324.711 Studierberechtigten aus allgemeinbildenden Schulen über 181.319 Studierberechtigte gab, die ihre allgemeine bzw. fachgebundene oder ihre Fachhochschulreife über die beruflichen Schulen erwarben. Diese Möglichkeiten der vertikalen und sozialen Durchlässigkeit im deutschen Bildungswesen seien weltweit einmalig, sie passten offenbar aber nicht in das bildungspolitische Gedankengebäude von Bertelsmann.

Verbandspräsident Kraus attackiert die Bertelsmann-Stiftung auch wegen der Doppelbödigkeit ihrer Politik. Kraus wörtlich: “Hinter der sich bildungsbeflissen gebenden Bertelsmann-Stiftung steht ein Konzern, der sich als Hauptanteilseigner bestimmter privater Fernsehsender nicht gerade als Förderer von Bildung profiliert.”

(01.11.2012 | Quelle: Deutscher Lehrerverband)

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