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Deutsche Bundesstiftung Umwelt: Schüler-Projekt für nachhaltigen Umgang mit Essen und Handy

Mit 86.000 € fördert die DBU ein Projekt des Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen im Landkreis Oldenburg, das Schüler für gesunde, umweltschonende Ernährung und einen nachhaltigen Elektronik-Konsum sensibilisieren will.

Foto: Andreas Lettow/piclease/DBU

“Etwa 100 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder Deutsche pro Jahr in den Müll. Bei Elektrogeräten sieht es ähnlich aus: Rund 72 Millionen alte Handys liegen ungenutzt in den Schubladen deutscher Haushalte. Vieles davon wäre noch brauchbar”, sagt Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Ziel sei es, Unterrichtseinheiten zum richtigen Lagern von Vorräten und fachgerechtem Recyceln von Elektroschrott zu entwickeln. Geplant seien auch ein Schülergarten und ein “Restekochbuch”.

Die Unterrichtseinheit “Wirf mich nicht weg! – Dein Essen” soll Schüler der siebten Klassen auf die Umweltfolgen der Lebensmittelproduktion aufmerksam machen und sie über die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufklären. “Um den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln möglichst praxisnah zeigen zu können, möchten wir einen Schülergarten anlegen, der von Schülern und Eltern gleichermaßen bewirtschaftet wird“, erklärte Marina Becker-Kückens, Vorsitzende des RUZ Hollen. Da die Ernte in einem Schülergarten eine besondere Herausforderung darstelle, weil Erntezeit gleich Ferienzeit sei, solle im Rahmen des Projektes ein an die Ferienzeit angepasster Kulturplan entwickelt werden. “Das bedeutet, dass beispielsweise Gemüse in einer ganz bestimmten Reihenfolge angebaut wird, so dass in den Sommerferien kein erhöhter Pflegeaufwand durch Gießen, Pflege oder Ernte entsteht.” Um die Früchte des Gärtnerns über das Jahr hinweg erfahrbar zu machen, würden alte Methoden des Konservierens und Einlagerns – Einwecken, Trocknen, Einsalzen, Einzuckern – zum Lerngegenstand gemacht.

Im Umfeld des Schülergartens sollen Schautafeln Interessierte mit aktuellen und wichtigen Informationen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung in Deutschland versorgen. Darüber hinaus sollen sie über Handlungsalternativen beim Einkauf informieren und Tipps für den Alltag bereithalten. In Zusammenarbeit mit Schülern des Fachbereichs Hauswirtschaft der Berufsbildenden Schule Delmenhorst solle außerdem ein regionales “Restekochbuch” mit dem Titel “Das Beste vom Reste” erstellt werden. Die Rezepte sollen gleichfalls im Internet präsentiert werden.

Das DBU-Projekt macht aber auch für den Wert von Elektronik-Gütern aufmerksam. DBU-Generalsekretär Brickwedde: “Viele Schüler wechseln beispielsweise ein Handy nur deshalb aus, weil es nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entspricht, obwohl es noch vollkommen funktionstüchtig ist. Die damit verbundenen Umweltprobleme, wie der Ressourcenverbrauch, sind den Schülern oft nicht bewusst.” Wissenschaftliche Studien hätten ergeben, dass durch das Nichtnutzen oder Wegwerfen ausgedienter Handys jährlich alleine in Deutschland circa 400 Kilogramm Gold als wertvoller Rohstoff verloren gehen.

Bis zu 2.600 Schüler sollen über das Projekt erreicht werden, so DBU-Experte Dr. Alexander Bittner. Im Rahmen geplanter Fortbildungen für Lehrer und Pädagogen der Regionalen Umweltzentren, aber auch für Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung sollen über 160 Experten für Bildung für nachhaltige Entwicklung angesprochen werden. Die Ergebnisse würden über die bestehenden landesweiten Netzwerke des RUZ Hollen verbreitet und umgesetzt. Zur Qualitätssicherung sei ein Evaluationskonzept geplant.

(4.4.2013 | Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt)

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