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Deutsche AIDS-Stiftung kommentiert neue Zahlen zu HIV-Betroffenen

Das Robert Koch-Institut hat eine neue Schätzung über die Zahl der von HIV/AIDS betroffenen Menschen in Deutschland veröffentlicht. Die Deutsche AIDS-Stiftung geht aufgrund dieser Entwicklung davon aus, dass mittelfristig mehr Hilfe bereitgestellt werden müsse.

Laut Robert Koch-Institut lebten Ende 2012 etwa 78.000 Menschen in Deutschland mit einer HIV-Infektion. Die Gesamtzahl der mit HIV lebenden Menschen steigt seit Mitte der 1990er-Jahre und wird auch in den kommenden Jahren weiter ansteigen, da seit der Verfügbarkeit wirksamer Therapien für die HIV-Infektion die Zahl der jährlichen Neuinfektionen höher ist als die Zahl der Todesfälle. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass mittlerweile etwa 50.000 Menschen in Deutschland eine HIV-Therapie erhalten und von den weiteren ca. 28.000 Infizierten etwa die Hälfte noch nichts von ihrer Infektion weiß.

In der Vergangenheit waren zwischen 15 und 20 Prozent der in Deutschland lebenden HIV-positiven Menschen bereits körperlich beeinträchtigt und/oder sozial benachteiligt. Da die Gesamtzahl der Menschen mit HIV/AIDS zunimmt, dürfte auch die absolute Zahl der Hilfsbedürftigen ansteigen. Unter den Menschen mit neu diagnostizierter HIV-Infektion sind rund ein Drittel sogenannte “Late Presenter“. Sie werden erst in einem späten Infektionsstadium getestet und zeigen oft bereits manifeste AIDS-begleitende Erkrankungen. Die medizinische Prognose für diese Menschen ist ungünstiger, als die für erst kürzlich infizierte Personen. Viele dieser Betroffenen sind vom sozialen und materiellen Abstieg bedroht, sobald krankheitsbedingte Einschränkungen eintreten.

In diesen Notfällen wird die Hilfe der Deutschen AIDS-Stiftung notwendig, soweit keine ausreichende private Absicherung oder Ansprüche auf staatliche Leistungen bestehen. Mit den aktuell verfügbaren Therapien können die meisten HIV-positiven Menschen über Jahrzehnte behandelt werden. Dank der verlängerten Lebenszeit steigt der Anteil der Patienten mit einem Alter 50+. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der erst in höherem Alter als HIV-positiv getesteten Personen zu. Betroffene aus beiden Gruppen leiden oft früher und häufiger als HIV-negative Menschen unter altersbedingten Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Herzinfarkten, Diabetes oder Schlaganfällen. Diese Entwicklung führt ebenfalls öfter zu sozialen und materiellen Notsituationen.

(26.11.2012 | Quelle: Robert Koch-Institut/Deutsche AIDS-Stiftung)

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