Akteure & Konzepte

Literaturtipps

Sklavenkind - Mein Kampf für Nepals Töchter

Chaudhary, Urmila / Schwaiger, Nathalie: Sklavenkind. Verkauft, verschleppt, vergessen – . München (Knaur) 2011 (317 S.) 14,99 € (ISBN 978-3-426-65497-2)

„Ein Mädchen großzuziehen ist wie den Garten des Nachbarn zu gießen“. So lautet ein nepalesisches Sprichwort. Es drückt eine Haltung in dem Himalaya-Staat aus, wo Mädchen aus niedrigen Kasten seit jeher bewusst vernachlässigt werden. Von ihren Familien werden sie häufig sklavenähnlich als sog. Kamalari („hart arbeitende Frau“), verkauft, um in Hotels oder Haushalten reicher Familien zu schuften. Die heute 21 jährige Urmila Chaudhary wurde bereits im Alter von sechs Jahren aus finanzieller Not von der eigenen Familie weggegeben. Sie erzählt mit Unterstützung der Journalistin Nathalie Schwaiger ihre Erfahrungen mit und ihren Weg aus der Leibeigenschaft. Dieser berührende und eindrucksvolle Bericht sensibilisiert den Leser für das Schicksal der Mädchen im Kamalari-System. Das Buch vermittelt aber auch Hoffnung: Mit Hilfe einer vom Kinderhilfswerk Plan [vgl. S&S 6/2008, S. 18 f.] unterstützten Initiative [zu Projekten der Entwicklungszusammenarbeit vgl. Schwerpunkt von S&S 4/2010] kann sich Chaudhary befreien und die Schule besuchen. Sie macht sich heute als Präsidentin des Kamalari-Forums für die Rechte ihrer Leidensgenossinnen stark. Informationen zur Abschaffung des Kamalari-Systems finden sich in einem Anhang. Das Vorwort des Bandes ist von der Schauspielerin Senta Berger verfasst, Schirmherrin der Plan-Kampagne „Because I am a Girl“. Durch die einfühlsame Schilderung ihrer persönlichen Erfahrungen in Nepal stimmt sie den Leser auf die dortige Situation der Mädchen ein.

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