Akteure & Konzepte

Literaturtipps

KulturKommerz

Castan, Björn: Erfolgskontrolle von Events und Sponsoring. Instrumente für die Evaluation ihrer Werbewirkung (KulturKommerz 21). Berlin (Erich Schmidt) 2011(130 S.) 34,95 € (ISBN 978 3 503 12994 2)

Dworak, Alexander: Finanzierung für Fußballunternehmen. Erfolgreiche Wege der Kapitalbeschaffung (KulturKommerz 18) Berlin (Erich Schmidt) 2010 (XXI, 387 S.) 44,95 € (ISBN 978-3-503-12639-2)

Jacobs, Olaf: Finanzierung von Film- und Fernsehproduktionen. Strategien zur erfolgreichen Mittelbeschaffung (KulturKommerz 19). Berlin (Erich Schmidt) 2011 (221 S.) 39,95 € (ISBN 978 3 503 11466 5)

Den Namen der Reihe KulturKommerz scheint es Lügen zu strafen: Zehn darin enthaltene Bücher sind dem Sportthema gewidmet, acht davon speziell dem Volkssport Fußball [vgl. auch S&S 4/2007, S. 42 f.; 4/2009, S. 50]. Auch Band 18 beschäftigt sich grundlegend mit der Finanzierungsthematik dieser Sportart. Dworak überträgt finanzierungstheoretische Erkenntnisse auf die Praxis des Profifußballs. Er überprüft Struktur und Risiken von Finanzierungsmöglichkeiten anhand eines Kriterienkatalogs und spiegelt deren Eignung an vier gängigen Kategorien von Fußballclubs. Enthalten sind 41 Abbildungen, 71 Tabellen, 9 Anhänge in Tabellenform sowie ein Literatur- und Stichwortverzeichnis, was den Nutzwert des Bandes erhöht, der als Dissertation an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt angenommen wurde.

Mehrere 4,2 Mrd. € werden jährlich in Sponsoring, 2,4 Mrd. € in Events gesteckt – auch im Zusammenhang mit Fußball. Dennoch werden laut Castan zwei Drittel der Veranstaltungen nicht evaluiert. Und so ist zu vermuten, dass weniger das Unternehmensinteresse als vielmehr private Vorlieben und Eitelkeiten der Entscheider bedient werden. Als Ausrede für die fehlende Wirkungsmessung gilt das fehlende Instrumentarium. Der Autor will vom Gegenteil überzeugen. Anhand von Beispielen, Checklisten und Abbildungen stellt er die Ziele und Wirkungsweise von Veranstaltungen und Sponsoring (S. 33-55), Einflussfaktoren auf deren Wirkung (S. 57-74), Kennzahlen der Evaluation (S. 75-80), deren Ablauf (S. 81-94), Besonderheiten bei Messen und Kultursponsoring (S. 95-104), die Entwicklung eines Kennzahlensystems (S. 109-112) und die Nachbereitung der Evaluation (S. 113-115) dar. Dieses kleine Handbuch ist als praxisnahe und kompakte Anleitung zur Erfolgskontrolle zu empfehlen [vgl. zur Wirkungsmessung Schwerpunktthema von S&S 2/2011 sowie in dieser Ausgabe, S. 8-10].

Erprobte Ratschläge zur wirtschaftlich riskanten Finanzierung von Filmprojekten [vgl. Schwerpunktthema S&S 1/2010 sowie Reihe Kultursponsoring anhand von Best-Practice-Beispielen in den letzten Ausgaben von S&S] kann der Leser in einem weiteren Band der Reihe finden. Jacobs kann aus 10 Jahren Erfahrung als Produzent von Fernseh- und Kinofilmen schöpfen. In einer Art Anleitung geht er ausführlich auf die ökonomische Position von Medienproduzenten (S. 55-65), Finanzierungssysteme (S. 67-93), Refinanzierungsmöglichkeiten (S. 95-119), die Besonderheiten öffentlicher Finanzierung und Filmförderung (S. 121-136), sowie junge Medienunternehmen ein (S. 137-163). Besonders erwähnenswert ist der relativ große Anhang (S. 173-217) mit Kalkulationsschema, Beispielen für Finanzierungspläne sowie Detailinformationen zu Festivals, Marktplätzen für Filme, Filmförderungen oder Weltvertrieben. Sowohl der Anhang wie auch das Stichwortverzeichnis erleichtern das Arbeiten mit dem praxisnah verfassten Band.

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