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Hermann Parzinger über Archäologie und Politik

Die Geschichte der Archäologie beginnt mit Forschungsreisenden und Abenteurern. Die Erfolge von Autodidakten und Quereinsteigern wie Heinrich Schliemann oder Carl Humann, dem Entdecker Pergamons, rückten das Fach in die Öffentlichkeit, gaben ihm jedoch von Beginn an auch eine politische Dimension. Unter dem Titel „Archäologie und Politik. Eine Wissenschaft und ihr Weg zum kulturpolitischen ‚Global Player‘“ zeigt Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Hermann Parzinger, was die Archäologie für die Politik in der Vergangenheit geleistet hat und bis heute leisten kann. Der Vortrag, als „Gerda Henkel Vorlesung“ auf Einladung der Gerda Henkel Stiftung im November letzten Jahres gehalten, liegt nun in der gleichnamigen Schriftenreihe vor.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zeigt darin auf, wie sich die Archäologie zu einem wesentlichen Element einer modernen und verantwortungsvollen Kulturpolitik entwickelt hat: Lieferten sich die europäischen Mächte im 19. Jahrhundert noch einen Wettstreit im Erringen bedeutender Ausgrabungskonzessionen und großartiger Ausstellungsstücke für ihre Nationalmuseen, ist die Archäologie heute bestrebt, Brücken im Umgang mit Beutekunst zu schlagen und Verantwortung im Kampf gegen den illegalen Antikenhandel zu übernehmen.

Hermann Parzinger stand von 2003 bis 2008 an der Spitze des Deutschen Archäologischen Instituts und ist seit März 2008 Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Sein wissenschaftliches Hauptinteresse gilt dem Kulturwandel in den Kontaktzonen Europas und Asiens vom 7. bis zum 1. Jahrtausend v. Chr. In der Reihe „Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung“ erschien 2006 sein Buch „Die frühen Völker Eurasiens. Von der Jungsteinzeit bis zum Frühmittelalter“.

Hermann Parzinger
Archäologie und Politik
Eine Wissenschaft und ihr Weg zum kulturpolitischen Global Player
Gerda Henkel Vorlesung
Herausgegeben von der Gerda Henkel Stiftung
2012, 38 Seiten, 6 Abbildungen,
broschiert, EUR 9,20
Rhema-Verlag ISBN 978-3-86887-009-1

(16/04/12; Quelle: Gerda Henkel Stiftung)

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