Akteure & Konzepte

Literaturtipps

Engagementpolitik

Olk, Thomas / Klein, Ansgar / Hartnuß, Birger (Hrsg.):
Engagementpolitik. Die Entwicklung der Zivilgesellschaft
als politische Aufgabe (Bürgergesellschaft und Demokratie
32). Wiesbaden (VS Verlag) 2010 (639 S.) 49,90 € (ISBN
978-3-531-16232-4)

Mit der 1999 vom Deutschen Bundestag eingesetzten Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ [vgl. das Interview mit Michael Bürsch, dem damaligen Vorsitzenden dieser Kommission, S&S 1/2001, Link s.u.] wurde eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen für das freiwillige Engagement von Bürgern und Unternehmen angestrebt. 2002 erschien der Bericht der Enquete-Kommission zur Lage des bürgerschaftliches Engagements, der u.a. die Perspektiven staatlichen Handels zur Stärkung der zivilen Selbstorganisation aufzeigte. Inwiefern sich die Politik dem Thema in der Zwischenzeit wirklich angenommen hat, analysieren 30 Autoren. Beginnend mit einem Kapitel über die historische Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland von Beginn des 19. Jh. an wird die Dynamik dieser Bewegung und ihre Bedeutung für ordnungspolitische Ideen aufgezeigt. Herausforderungen der Politik für eine wirksame Engagementförderung und ihre Strukturen im föderalen System Deutschlands sind Gegenstand der folgenden Kapitel, etwa der Ausführungen von Holger Backhaus-Maul und Sebastian Braun zum gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen in Deutschland [vgl. zu diesem Thema schon deren weitgehend übereinstimmende, hier als Zitat unerwähnt gebliebenen Ausführungen in S&S RS 5/2007]. In einem Abschnitt „Engagementpolitik im europäischen Vergleich“ werden die entsprechenden Aktivitäten der EU und von Mitgliedsstaaten Mittel- und Osteuropas erfasst. Im Kapitel „Felder der Engagementpolitik“ ist ein umfassender und detaillierter Beitrag zu neuen Ergebnissen des Dritten Sektors in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik von Dietmar Dathe und Eckhard Priller enthalten [vgl. dies. in S&S 4/2010, S. 32-33]. In einer abschließenden Bilanz zur Rolle der Engagementförderung in der Demokratiepolitik wird festgestellt, dass weitergehende Reformen notwendig sein dürften, um zukünftig wirklich umfassend und als Selbstverständlichkeit verstandene freiwillige Einsätze von Bürgern für das Gemeinwohl zu aktivieren.

Interview mit Michael Bürsch

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