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Literaturtipps

Dem Land geht es schlecht - Ein Traktat über unsere Unzufriedenheit

Judt, Tony: Dem Land geht es schlecht. Ein Traktat über unsere Unzufriedenheit. München (Hanser) 2011 (189 S.) 18,90 € (ISBN 978-3-446-23651-6)

Finanz- wie Eurokrise der Banken haben die Risiken eines globalen Marktes aufgezeigt, dessen Fesseln weitgehend gefallen sind. Aus seiner letzten großen Rede an der New York University entstand auch das letzte Buch des im Sommer 2010 verstorbenen Historikers Tony Judt, in dem er das Ideal einer gerechten, auf Gleichheit angelegten Gesellschaft und Politik verteidigt. Insbesondere warnt er vor den negativen sozialökonomischen Auswirkungen eines marktradikalen Liberalismus in den westlichen Gesellschaften. Das darin zu beobachtende zunehmendes Auseinanderfallen in Arme und Reiche könne demoralisierende Folgen für die Gemeinwesen haben. Judt sieht den Staat in der Verantwortung für die Daseinsvorsorge und die Verteidigung von Werten wie Gleichheit, Gerechtigkeit, Menschenrechte und Demokratie. Doch bleiben Zweifel nach der Lektüre, insbesondere angesichts der Kosten und Entmündigungstendenzen des umverteilenden Sozialstaates sowie privater Anspruchsmentalität und fehlender gesellschaftlicher Selbstorganisation [vgl. auch die Rezension zu Gentinetta/Horn, S&S 1/2011, S. 49].

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