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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Zehn Jahre Klaus-von-Klitzing-Preis

Werner Decker, Lehrer für Biologie und Chemie am Gymnasium Haus Overbach in Jülich-Barmen, ist "Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer". Er hat den mit 15.000 € dotierten Klaus-von-Klitzing-Preis erhalten, den die Universität Oldenburg und die EWE Stiftung bereits zum zehnten Mal vergeben.

Decker, dessen Bewerbung eine ehemalige Schülerin und heutige Biologielehrerin eingereicht hatte, ist seit 1985 Lehrer für Biologie und Chemie am Gymnasium Haus Overbach. Der Oberstudienrat ist Betreuungslehrer für den MINT-Bereich – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – und engagiert sich besonders für den wissenschaftlichen Austausch zwischen dem Gymnasium, Hochschulen und dem Forschungszentrum Jülich. So hat er zahlreiche Kooperationen ins Leben gerufen: WissenschaftlerInnen berichten regelmäßig im naturwissenschaftlichen Unterricht des Gymnasiums, jährlich unternehmen SchülerInnen Exkursionen ans Institut für Rohstoffgewinnung der RWTH Aachen oder an das Forschungszentrum Jülich. Zur 18. World Hydrogen Energy Conference 2010 in Essen entwickelte Decker ein Konzept für einen Schüler-Lehrer-Tag, das mehr als 300 SchülerInnen die Möglichkeit bot, an der Tagung teilzunehmen und mit WissenschaftlerInnen ins Gespräch zu kommen.

Gemeinsam mit SchülerInnen und in Kooperation mit der Fachhochschule Aachen richtete er eine 38 Quadratmeter große Photovoltaikanlage ein. 2001 in Betrieb genommen, dient sie als Praxisbeispiel im Physik-, Chemie- und Technikunterricht und hat bislang über 50.000 Kilowattstunden Solarstrom produziert – so viel, wie eine vierköpfige Familie in zehn Jahren verbraucht.

Mit einem außergewöhnlichen und mittlerweile auch durch die Initiative “Science On Stage” im Bereich “Science Teacher of the Future” preisgekrönten pädagogischen Konzept wartet Deckers „FIT-AG“ auf. „FIT“ steht für „Forschung-innerschulischer-Transfer“. Das Besondere: SchülerInnen der 5. Klassen werden beim Experimentieren von älteren SchülerInnen unterstützt und angeleitet. Innerhalb einer Unterrichtsstunde werden so mehrere Experimente in Kleingruppen durchgeführt, analysiert und protokolliert. Der Lehrer fungiert dabei als Moderator. Auf diese Weise erhalten die Fünftklässler früh einen Einblick in die Naturwissenschaften. Die älteren SchülerInnen wiederum greifen auf ihr naturwissenschaftliches Wissen zurück und erwerben zudem pädagogische und soziale Fähigkeiten.

Mit dem Klaus-von-Klitzing-Preis werden seit nunmehr zehn Jahren Lehrkräfte ausgezeichnet, die es verstehen, ihre Schüler auf besondere und innovative Weise für den naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu begeistern. “Gerade in den sogenannten MINT-Fächern ist es aktuellen Studien zufolge von zentraler Bedeutung, dass deren Inhalte forschungs- und praxisorientiert vermittelt werden”, sagte Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE Stiftung. Zwei Drittel des Preisgeldes seien für ein schulisches Projekt bestimmt, so dass auch die Schülerinnen und Schüler davon profitierten.

(11.11.2014 | Quelle: Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg)

Website zum Klaus-von-Klitzing-Preis

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