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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Trialog der Kulturen 2014/15: Die Preisträger

Ein Jahr lang haben sich Schulen im Wettbewerb "Trialog der Kulturen" für eine bessere Verständigung zwischen Juden, Christen und Muslimen in Deutschland eingesetzt. Für die vorbildlichen Beiträge vergab die Herbert Quandt-Stiftung jetzt Preisgelder in Höhe von insgesamt 60.000 €.

Die besten interkulturellen und interreligiösen Projekte des vergangenen Schuljahres kommen aus Bremen, Lampertheim und Nohfelden. Insgesamt neun Schulen aus fünf Bundesländern hat die Stiftung ausgezeichnet.

  • Der erste Preis in der Länderwertung Bremen/Hamburg ging an die Grundschule Borchshöhe aus Bremen. Mit dem Theaterstück “Stadt der Schatten” hat die Schule ein Theaterprojekt auf die Beine gestellt: “Es beweist Mut und Weitsicht, eine Geschichte über Flucht und die Suche nach einer neuen Heimat mit Grundschülern zu bearbeiten”, so die Jury. Die Schule habe mit den Kindern zahlreiche Fluchtgründe wie religiöse Verfolgung, Krieg, Kinderarbeit, Armut, Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung analysiert und eigene Erfahrungen der Schüler einbezogen.

  • Den ersten Preis in Hessen erhielt das Lessing-Gymnasium Lampertheim für das Projekt “Vereint in Verschiedenheit”. Von der künstlerischen Gestaltung einer Passage der Weltreligionen über die Komposition einer Trialog-Hymne bis hin zur kognitiven und literarischen Auseinandersetzung mit Religionen und Kulturen hätten die Schüler “mit allen Sinnen gelernt”. Vor allem gefiel der Jury, dass die Schule Raum für Begegnung und gegenseitiges Voneinander-Lernen geschaffen habe: ob beim Culture-Surfing, bei dem sich Schüler unterschiedlicher Herkunft und Kulturen zu Hause in ihren Familien besuchten, oder bei einem mitten in der Stadt eingerichteten Erzählcafé.

  • Der erste Preis in der Wertung “Rheinland-Pfalz/Saarland” ging an die Gesamtschule/Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle für das Projekt “Spuren suchen ? Spuren hinterlassen ?”. In 13 Teilprojekten hat die Schule alle 1050 Schüler eingebunden. Bei der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte ihrer Heimatgemeinde habe die Schule Berührungsängste behutsam überwunden und nichts tabuisiert. Gleichzeitig habe die Schule sich ohne falsche Scheu Nachbarn aus anderen Kulturen geöffnet: Flüchtlingskindern aus den heutigen Krisenregionen dieser Welt und Vertretern der muslimischen Gemeinden. Besonders überzeugend fand die Jury die Nachhaltigkeit: “Fast alle Unterrichtseinheiten wurden in den Schullehrplan aufgenommen.”

Mit dem nun ausgezeichneten Schuljahr 2014/15 kommt der Schulenwettbewerb nach zehn Jahren zum Abschluss. Seit 2005 hat ihn die Herbert Quandt-Stiftung jährlich in verschiedenen Bundesländern für Schulen aller Schulformen ab Klasse fünf angeboten. Neben Hessen, wo der Wettbewerb über alle zehn Runden stattfand, wurde er zwischen 2006 und 2009 auch in Berlin ausgeschrieben. 2010 weitete die Stiftung den Wettbewerb mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf Rheinland-Pfalz und das Saarland aus, seit 2012 zudem auf Bremen und Hamburg. Mehr als 150 Schulen mit knapp 200 Jahresprojekten (durch mehrfache Teilnahme) haben insgesamt daran teilgenommen. Insgesamt über 1 Mio. € Start- und Preisgelder wurden an die Schulen zur Förderung ihrer Verständigungsarbeit ausgeschüttet. Darüber hinaus hat die Stiftung die Teilnehmer während der Projektrunden intensiv begleitet, zu Veranstaltungen und Tagungen eingeladen, Netzwerktreffen für Alumni-Lehrer organisiert und zahlreiche Fortbildungen angeboten.

(12.10.2015 | Quelle: Herbert Quandt-Stiftung)

Website zum Wettbewerb "Trialog der Kulturen"

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