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Auszeichnungen

Stiftung ZURÜCKGEBEN gewinnt Ossip-K.-Flechtheim-Preis

Der Humanistische Verband Berlin und die Humanismus Stiftung Berlin vergeben zum fünften Mal den Ossip-K.-Flechtheim-Preis. Sieger der diesjährigen Ausschreibung ist die Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft, die sich gegen 14 andere Vorschläge durchsetzte – darunter u.a. der Künstler Gunter Demnig für sein Projekt STOLPERSTEINE sowie Alan Posener für seine religionskritische Berichterstattung.

Hilde Schramm, die Tochter des ehemaligen Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt und Reichsministers für Bewaffnung und Munition Albert Speer, gründete 1994 mit einigen Frauen die Stiftung, um jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen in Deutschland zu fördern. Das Startkapital der Stiftung bestand aus dem Erlös der Versteigerung der Bilder, die Hilde Schramm von ihrem Vater geerbt hatte und die ihrer Vermutung nach aus arisierten jüdischen Vermögen stammten. Seither sammelt die Stiftung ZURÜCKGEBEN Gelder, um jüdische Frauen zu fördern. Bislang hat die Stiftung ca. 90 Stipendiatinnen und ihre Arbeiten unterstützt, darunter Filme und Buchprojekte sowie moderne Kunst und Medieninstallationen.

Die Jury des Ossip-K.-Flechtheim-Preises beschloss einstimmig, den Preis des Humanistischen Verbandes Berlin und der Humanismus Stiftung Berlin an die Stiftung ZURÜCKGEBEN zu vergeben. Die Arbeit der Stiftung ZURÜCKGEBEN zeige beispielhaft, „wie man mit der Vergangenheit verantwortungsvoll umgehen kann und wie sich die Frage von Schuld und Verantwortung positiv und produktiv in die Zukunft wenden lässt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Stella Hindemith, Vorstandsmitglied der Stiftung ZURÜCKGEBEN, erklärte an-lässlich der Entscheidung: „Wir sind hocherfreut über den Preis und erinnern uns dankbar an Ossip Flechtheim, den die älteren von uns persönlich kannten und schätzten. Es ist das erste Mal, dass die Stiftung als solche ausgezeichnet wird. Mit dem Preisgeld können wir ein weiteres Projekt fördern. Vor allem aber sehen wir in dem Preis eine Anerkennung unserer Stiftungsidee: Mit Blick auf die Ver-gangenheit: ‚Zurückgeben‘, mit Blick auf die Zukunft: ‚Fördern von jüdischen Frauen‘ – und in der Gegenwart: die Verbindung von beidem.“

Die feierliche Preisverleihung findet am Sonntag, den 30. Oktober 2011 um 11 Uhr im RAMADA-Hotel Berlin-Alexanderplatz (Karl-Liebknecht-Str. 32) statt.

Mit dem Ossip-K.-Flechtheim-Preis zeichnen der Humanistische Verband in Berlin und die Humanismus Stiftung Berlin Persönlichkeiten oder Projekte aus, die zur Förderung von Aufklärung, Toleranz und Selbstbestimmung sowie der Einhaltung der Menschenrechte in der Gesellschaft beitragen. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträger waren Dr. med. Michael de Ridder (2009), Seyran Ates (2006), die Schüler/-innen einer Neuköllner Schule (ebenfalls 2006), Prof. Peter Grottian (2004) und Dr. Konrad Riggenmann (2002). In Erinnerung und Anerkennung an den Politologen und Zukunftsforscher Prof. Ossip K. Flechtheim als Theoretiker eines modernen Humanismus und langjähriges Mitglied des Humanistischen Verbandes, trägt der Preis seinen Namen.

Zur siebenköpfigen Jury des Ossip-K.-Flechtheim-Preises gehören u.a. der wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin, Prof. Dr. Rolf Kreibich, sowie die Vorsitzende des Förderkreises e.V. Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Lea Rosh. (10/06/11; Quelle: Humanistischer Verband Deutschlands / Landesverband Berlin)

www.stiftung-zurueckgeben.de

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