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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Stiftung Friedehorst gewinnt Bremer Preis gegen Gewalt in Pflege und Betreuung

Den erstmals verliehenen Preis erhielt die Stiftung, nachdem sie im Jahr 2011 fachliche Standards zum Umgang mit Missbrauch eingeführt hat. Sie enthalten Maßnahmen zur Vorbeugung gegen sexuelle Gewalt sowie ein Regelwerk für den Verdachtsfall und bei eingetretenem Missbrauch.

Ute Stollreiter und Nico Oppel (Dienste für Menschen mit Behinderung Friedehorst gGmbH) nahmen den Preis entgegen (Foto: Pressereferat der Senatorin für Soziales, Bremen)

Der Wettbewerb wurde ausgeschrieben, um Ideen aus der Praxis zu sammeln, sie vorbildhaft zu präsentieren und so zur Nachahmung zu empfehlen. “Man muss Gewalt in Pflege und Betreuung in erster Linie im Vorfeld entgegenwirken”, sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, “nicht vornehmlich durch strafrechtliche, ordnungsrechtliche und arbeitsrechtliche Maßnahmen nach einem Vorfall.” Dazu müsse das Thema im öffentlichen Bewusstsein wach gehalten werden.

“Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich bewusst, dass in Einrichtungen der Behindertenhilfe die Gefahr des Missbrauchs von Macht, sexuelle Übergriffe und das Ausnutzen der Pflegesituation durch die strukturellen Abhängigkeiten in besonderem Maße gegeben ist”, heißt es in dem Antrag von Friedehorst. In diesem Bewusstsein hat die Stiftung nach einjähriger Vorarbeit mit Beschäftigten, Gruppenleitungen und dem Bewohnerbeirat erstmals Standards zum Umgang mit sexuellem Missbrauch eingeführt. Sie wurden entwickelt unter der Federführung des Fachbereichs Pädagogik der Universität Bremen. Begleitend hat Pro Familia, die Beratungsstelle zu Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung, einen Gesprächskreis mit Bewohnern zur sexuellen Aufklärung geleitet. Die Arbeit mit den Standards soll alle zwei Jahre ausgewertet werden, erstmals im Jahr 2013.

“Wir haben Konzepte dann als gut bewertet, wenn erkennbar war, dass sie auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind, also ihre Effekte nicht wieder verpuffen”, erläuterte Martina Roes die Entscheidung der Jury. Roes ist Professorin für Pflegewissenschaften an der Hochschule Bremen und Sprecherin im Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gemeinschaft an der Universität Witten/Herdecke. Zudem, so Martina Roes weiter, sollten die Konzepte dem Problem angemessen sein, also Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte in geeigneter Weise erreichen.

(31.1.2013 | Quelle: Senatorin für Soziales der Hansestadt Bremen)

Website der Stiftung Friedehorst

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