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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Sternenstaub in der Tiefsee und Licht aus dem Drucker

Sieben Nachwuchswissenschaftler, die einen allgemein verständlichen Artikel über ihre Doktorarbeit geschrieben haben, erhalten 2015 den Preis "KlarText!" der Klaus Tschira Stiftung. Eine Besonderheit in diesem Jahr: In der Kategorie Physik wurden zwei gleichwertige Preise verliehen.

Die jungen Forscher untersuchen Tiefseesand nach Spuren aus dem All, entwickeln für Lungenärzte Spezial-Software oder produzieren “Licht aus dem Drucker”. Und: Sie beschreiben die spektakulären Ergebnisse ihrer Doktorarbeiten so, dass jeder sie begreifen kann – die Sieger des Klaus Tschira Preises für verständliche Wissenschaft.


Dr. Sascha Heitkam, Dr. Jenny Feige, Dr. Robert Fledrich, Dr. Timo Berthold, Dr. Peter Salz, Dr. Daniel Volz, Dr. Avalos Vizcarra, Beate Spiegel (Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung) und Gerda Tschira (v.li.)
Foto: Klaus Tschira Stiftung

Die Preisträger 2015 wurden an der ETH Zürich, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der TU Kaiserslautern, der TU Berlin, der TU Dresden, an der Georg-August-Universität Göttingen sowie an der Universität Wien promoviert. Sie wurden in einem dreistufigen Juryverfahren aus 147 Bewerbern ausgewählt:

  • Peter Salz (Preisträger Informatik, Textbeitrag “Live-Übertragung aus der Lunge”, Doktorarbeit an der Technischen Universität Kaiserslautern) entwickelte ein praxistaugliches Verfahren zur Lungen-Bildgebung. Dazu arbeitete der Informatiker eng mit Medizinern des Universitätsklinikums Leipzig zusammen – und beschrieb dies für den Wettbewerb in einem Artikel.

  • Robert Fledrich (Preisträger Neurowissenschaften, Textbeitrag: Wenn dem Nervenkabel die Isolierung fehlt, Doktorarbeit an der Georg-August-Universität Göttingen) beschäftigte sich in seinem Beitrag mit dem Taubheitsgefühl eingeschlafener Arme oder Beine. Ganz konkret analysierte er, wie ein bestimmter Reparaturmechanismus bei chronischen Nervenkrankheiten funktioniert – auf der Suche nach neuen Therapieformen.

  • Ima Avalos Vizcarra, Preisträgerin im Fach Biologie (Doktorarbeit an der ETH Zürich), untersuchte spezifische Mechanismen der Immunabwehr und erklärte diese in ihrem Beitrag
    “Fresszellen haben den Dreh raus” allgemeinverständlich.

  • In eine völlig andere Richtung gingen die Forschungen von Daniel Volz (Preisträger Chemie, Textbeitrag: Licht aus dem Drucker, Doktorarbeit am Karlsruher Institut für Technologie). Er beschäftigte sich mit umweltschonenden Kupferleuchtstoffen – und untersuchte, wie diese künftig breiter eingesetzt werden können, etwa in der Unterhaltungstechnologie.

  • Timo Berthold, Preisträger Mathematik (Doktorarbeit an der TU Berlin), demonstrierte in seinem Beitrag “Gut geraten”, wie oft uns mathematische Optimierung im Alltag begegnet, ohne dass die meisten Menschen sich dessen bewusst sind. Dazu hat er Verfahren entwickelt, die inzwischen von den drei Markführern für Optimierungssoftware angewandt werden.

  • Die beiden Sieger-Beiträge im Fach Physik könnten inhaltlich kaum unterschiedlicher sein. Während Jenny Feige (Promotion an der Universität Wien) sich in ihrem Artikel “Astronomie unter dem Meer” mit Sternenstaub in der Tiefsee beschäftigte, ging Sascha Heitkam (Doktorarbeit an der TU Dresden) der Frage nach, warum sich Kugelpackungen in der Art und Weise anordnen, wie sie es tun – zum Beispiel Luftblasen oder Fetttröpfchen. Beide Beiträge hatten aber eine Gemeinsamkeit: Sie überzeugten in ihrer Argumentation und sprachlichen Darstellung.

Jeder Preisträger erhält ein Preisgeld von 5.000 €. Außerdem werden die Siegerbeiträge unverändert in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift bild der wissenschaft veröffentlicht. Allen 147 Bewerbern bietet die Stiftung zudem die Teilnahme an einem zweitägigen Workshop zur Wissenschaftskommunikation an.

Die Bewerbungsrunde für “KlarText! 2016” hat bereits begonnen: Einsendeschluss für die Textbeiträge ist der 29. Februar 2016.

(12.10.2015 | Quelle: Klaus Tschira Stiftung)

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