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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Saarbrücker Mobilitätsprojekt gewinnt Deutschen Alterspreis 2015

Die Robert Bosch Stiftung hat das Projekt "Mobia – Mobil bis ins Alter" mit dem Deutschen Alterspreis ausgezeichnet. Mobia erhielt den mit 60.000 € dotierten Hauptpreis für sein Konzept für einen altersgerechten öffentlichen Nahverkehr.

Das Projekt der Saarbahn GmbH bringt älteren Menschen problemlos durch die Stadt. Eine eigens entwickelte App ermöglicht nicht nur die Planung der ÖPNV-Reiseroute, sondern auch die Anfrage von Mobilitätslotsen. Sie helfen, Barrieren zum Beispiel bei der Busfahrt zu überwinden, wenn nötig, auch bis zur Haustür. “Mobia” ist aus einem Forschungsprojekt hervorgegangen, in dem gemeinsam mit älteren Saarbrückern ein nutzerfreundliches Angebot geschaffen wurde. Die Jury lobte, dass Mobia seine älteren Fahrgäste von vornherein mit einbezog und so als Vorbild für nachhaltige Projekte im öffentlichen Raum dient. Pläne, das Angebot über die Stadtgrenzen von Saarbrücken hinaus anzubieten, sind in Arbeit.

Das Münchner “Jugendzentrum für Senioren” bekam den zweiten Preis in Höhe von 40.000 €. Wie in einem Jugendzentrum verbringen die Senioren dort unter Gleichgesinnten gemeinsam und selbstbestimmt ihre Zeit. An jedem Werktag besuchen rund hundert Senioren das Zentrum. Initiiert wurde es 2014 von Schlagersänger Abi Ofarim und seinem Verein “Kinder von gestern”. Wenn nötig, können die Senioren auch die Unterstützung von Ehrenamtlichen in Anspruch nehmen, etwa bei Behördengängen. Weil die Institution auf so viel positive Resonanz stößt, wird bereits über weitere Standorte nachgedacht. Für die Jury zeigt das Jugendzentrum für Senioren vorbildhaft, wie in einem Stadtteil soziale Verantwortung übernommen wird.

Der mit 20.000 € dotierte dritte Preis ging an Thomas Henrich für sein Engagement als “Ich-Verein für soziales Engagement”. Seit seinem Einstieg in die passive Altersteilzeit engagiert sich der 68-Jährige in seinen Heimatstädten Fürth und Nürnberg für den guten Zweck. Projektbezogen unterstützt er soziale Initiativen, selbstorganisiert und losgelöst von traditionellen Engagement-Strukturen. Die Jury überzeugte Henrich damit, dass er im Alter seinen ganz persönlichen Zugang zum Engagement gefunden habe. Er baute zum Beispiel den Seniorenbesuchsdienst beim NürnbergStift und das Mehrgenerationenhaus Nürnberg-Schweinau mit auf.

Den undotierten Otto Mühlschlegel Preis erhält Dr. Marianne Koch. Die Ärztin, Schauspielerin und Moderatorin verkörpert mit ihren knapp 84 Jahren, wie man sich im Leben immer wieder neu erfinden kann und dient generationenübergreifend als Vorbild. Koch begann 1949 ihr Medizinstudium, unterbrach es allerdings für eine internationale Filmkarriere. Nach Filmen mit Clint Eastwood und Gregory Peck schloss sie ihr Studium ab und praktizierte als Internistin. Später moderierte sie acht Jahre lang die Talkshow 3 nach 9 und stand von 1997 bis 2001 als Präsidentin an der Spitze der Deutschen Schmerzliga.

“Die Gewinner des Alterspreises machen viel Mut, eine Stadt der Zukunft für unsere älter werdende Gesellschaft zu gestalten. Sie beweisen, dass Kreativität, Mobilität und Engagement nicht urplötzlich mit dem Alter verschwinden und leben uns vor, wie bunt und aktiv das Stadtleben im Alter sein kann”, so Prof. Dr. Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung.

Eine elfköpfige Jury aus Vertretern von Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis hat im Vorfeld sechs Projekte aus über 244 Bewerbungen ausgewählt und für den Deutschen Alterspreis der Robert Bosch Stiftung nominiert. Gesucht wurden Initiativen, die zeigen, wie das Stadtleben altersfreundlicher werden kann oder wie ältere Menschen ihre Stadt engagiert und kreativ mitgestalten können.

(25.11.2015 | Quelle: Robert Bosch Stiftung)

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