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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Rosl und Paul Arnsberg-Preis 2012 verliehen

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat die mit 10.000 € dotierte Auszeichnung für das Jahr 2012 an Dr. Verena Kasper-Marienberg (32) verliehen und würdigt damit die Dissertation "Vor Euer Kayserlichen Mayestät Justiz-Thron: Die Frankfurter jüdische Gemeinde am Reichshofrat in josephinischer Zeit
(1765-1790)".

Dr. Verena Kasper-Marienberg (Foto: Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main)

Die Doktorarbeit wurde 2009 von der Karl-Franzens-Universität Graz mit der Bestnote ausgezeichnet. Im Frühjahr 2012 erschien sie in den “Schriften des Centrums für Jüdische Studien” im StudienVerlag Innsbruck. Eine englischsprachige Ausgabe ist derzeit in Vorbereitung.

“Im Zentrum von Kasper-Marienbergs Untersuchung stehen die von der Frankfurter jüdischen Gemeinde angestrengten Prozesse am Wiener Reichshofrat, der obersten gerichtlichen Instanz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Überzeugend legt die junge Wissenschaftlerin auf Grundlage sorgfältigen Studiums erstmals ausgewerteter Quellen dar, dass die jüdische Gemeinde Frankfurts eine selbstbewusste Institution mit einer aktiven rechtspolitischen Funktion darstellte. Jüdische Untertanen waren offenbar sehr viel stärker in die Rechtsordnung des Alten Reiches integriert als bislang angenommen. Zudem korrigiert die Autorin die in der Geschichtswissenschaft vielfach vertretene These vom generellen Bedeutungs- bzw. Autonomieverlust der jüdischen Gemeinden im 18. Jahrhundert, also zur Zeit von Aufklärung und Säkularisierung. Verena Kasper-Marienberg leistet einen wichtigen Beitrag zur Neubewertung der Geschichte der Juden im Alten Reich”, so die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Raphael Gross in ihrer Begründung der Preisvergabe.

Mit ihren zahlreichen neuen Erkenntnissen fügt sich die Studie in die Reihe herausragender Arbeiten zur Erforschung jüdischen Lebens in Frankfurt ein, die bislang mit dem Arnsberg-Preis gewürdigt wurden. Der Preis wurde im Jahr 2008 von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft gestiftet – auf Anregung Prof. Dr. Arno Lustigers anlässlich des 100. Geburtstags von Rosl Arnsberg am 2. Juni 2008. Rosl und Dr. Paul Arnsberg stehen für ein Lebenswerk im Dienste der Aufarbeitung und Bewusstmachung des historischen Erbes der jüdischen Bürger Frankfurts.

Unermüdlich hat Paul Arnsberg in der Nachkriegszeit historische Forschungen über die Rolle der Juden in Frankfurt und Hessen angestellt und dazu Standardwerke von hohem wissenschaftlichem Rang verfasst. Seine Frau Rosl hat ihn dabei nachhaltig unterstützt. “Mit dem Rosl und Paul Arnsberg-Preis möchte die Stiftung einerseits die bedeutende Rolle jüdischer Bürger für die positive Fortentwicklung der Frankfurter Stadtgesellschaft hervorheben und zugleich an das Lebenswerk des Ehepaars Arnsberg erinnern”, hob Dr. Roland Kaehlbrandt, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft hervor.

Die erste Preisverleihung fand im Januar 2009 im Beisein von Rosl Arnsberg statt. Ausgezeichnet wurden Dr. Helga Krohn (Frankfurt) und André Griemert (Marburg). 2010 wurde der Preis an Prof. Dr. Andreas Gotzmann von der Universität Erfurt und an Dr. Benno Nietzel von der Universität Bielefeld verliehen. Neben dem Vorsitzenden Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und Geschäftsführer der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden, gehören der Jury in diesem Jahr an: Dr. Gad Arnsberg (Historiker, Tel Aviv), Dr. Evelyn Brockhoff (Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main), Dr. Roland Kaehlbrandt und Prof. Dr. Klaus Ring (Präsident der Polytechnischen Gesellschaft e.V.).

(14.12.2012 | Quelle: Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main)

Website der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main

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