topad


Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Reuter-Stiftungspreise 2012 für Völkerverständigung und Integration

Den mit 30.000 € dotierten Preis für besondere Leistungen auf den Gebieten der Integration und Völkerverständigung teilen sich der Journalist Michael Thumann und die "Stadtteilmütter" vom Diakonischen Werk in den Berliner Stadtteilen Mitte und Neukölln-Oberspree.

Preisträger Michael Thumann, den die Helga und Edzard Reuter-Stiftung nun auszeichnet, arbeitet in Istanbul als Ressortleiter der Mittelost-Redaktion für die Wochenzeitung “Die Zeit”. In seinen Artikeln und Büchern informiert er seit Jahren über die unterschiedlichen Ethnien in der Region. Damit trage er dazu bei, dass den Leserinnen und Lesern ein differenziertes Bild der Menschen und ihrer politischen, religiösen und kulturellen Lebenswelten vermittelt wird, erläuterte Jury-Präsident Edzard Reuter in seiner Laudatio.

Thumann sei ein Vertreter eines verantwortungsbewussten Journalismus, “der Wahrheit verpflichtet, ohne seine eigene Meinung zu verstecken”. Er verfüge zudem über die Fähigkeit, “in unbestechlicher Klarheit überzeugend zu berichten, wie ungeheuer komplex die Welt geworden ist”. Reuter erinnerte daran, wie schwer es sei, “unter dem Druck eines verwirrend komplexen Geschehens nach der Wahrheit zu suchen, wo es kein Schwarz und kein Weiß als verlässliche Maßstäbe gibt”. Journalistisches Verantwortungsbewusstsein dürfe sich deshalb weniger denn je kommerziellen Vorgaben unterordnen oder den strategischen Interessen der Medienhäuser beugen.

In der Laudatio von Dilek Kolat auf die “Stadtteilmütter” hob die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen beim Senat von Berlin hervor, dass die berufliche Qualifikation von Müttern nichtdeutscher Herkunft dazu diene, diese als Multiplikatoren zu befähigen, um in ihren ethnischen Gemeinschaften Familien bei der Integration in die deutsche Gesellschaft zu unterstützen. Dies sei ein für Deutschland beispielhaftes Projekt.

Gerade sozial benachteiligte Zuwandererfamilien würden die Hausbesuche der “Stadtteilmütter” gerne annehmen, erläuterte die Senatorin. “Sie sprechen ihre Sprache” – auch im übertragenen Sinne. Zudem würden sie “in vielen sensiblen Bereichen helfen, die Zielgruppe der schwer erreichbaren Familien anzusprechen.” Dilek Kolat lobte, das Projekt erfülle “in hohem Maße und auf ganz praktische Weise den Gründungsgedanken der Helga und Edzard Reuter-Stiftung, denn es befördert mit seiner Arbeit das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in Deutschland und bringt die Integration in unserer Stadt voran”.

Mit dem Ziel der Völkerverständigung fördert und unterstützt die gemeinnützige Helga und Edzard Reuter-Stiftung praktische Arbeit und wissenschaftliche Forschung für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Edzard Reuter, Sohn des legendären Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter, war Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzender.

(30.10.2012 | Quelle: Helga und Edzard Reuter-Stiftung)

Website der Helga und Edzard Reuter-Stiftung

Zur Übersicht "Akteure & Konzepte // Auszeichnungen"


Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies nutzen. Weitere Informationen

Verstanden