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Preiswürdige "Stromrebellen"

Nach der Tschernobyl-Katastrophe vor 25 Jahren beschloss Ursula Sladek, Mutter von fünf Kindern aus Schönau im Schwarzwald, ihre Abhängigkeit von der Kernenergie zu verringern und selbst das Stromnetz zu übernehmen. Sie gründete 1994, gemeinsam mit 650 Bürgern, die Elektrizitätswerke Schönau und beliefern über 100.000 Haushalte in ganz Deutschland mit Strom. Preiswürdig, fanden die Stifter des Umweltpreises "Goldman Environmental Prize" - gestern war Übergabe in San Francisco.

Preisträgerin Ursula Sladek / Foto: Ashoka

Anfangs waren es 1700 heute sind es mehr als 100.000 Kunden, die von den Schönauern Energie ohne Atom- und Kohlestrom beziehen. Die Nachfrage nach Fukushima wuchs um das Zehnfache. Doch mit Blick auf die Preisverleihung betont Ursula Sladek gegenüber dem Deutschlandfunk:

“Das ist ja so ein bisschen ein Preis für ein Lebenswerk. Und, das würde ja fast voraussetzen, ich hätte das schon beendet. Das habe ich natürlich gar nicht! Sondern, wir stehen immer noch mittendrin, die Atomkraftwerke sind noch nicht abgeschaltet und da arbeiten wir noch dran. Deswegen denk ich, hm, für ein Lebenswerk fast ein bisschen früh, auf der anderen Seite sehe ich es natürlich auch als ungeheure Bestätigung unserer Arbeit an, deswegen freue ich mich sehr, sehr darüber.”

Vorgeschlagen für den Preis wurde Ursula Sladek von Ashoka, der ältesten und größten Organisation zur Förderung von Sozialunternehmern. Sie ist eine überkonfessionelle, überparteiliche Organisation mit Hauptsitz in Washington und gemeinnützigen Tochtergesellschaften rund um die Welt. Ashoka wurde 1980 vom Sozialunternehmer Bill Drayton gegründet, der zuvor u.a. auch als Unternehmensberater und stellvertretender Leiter der amerikanischen Umweltbehörde tätig war. Ashoka ist heute in knapp 70 Ländern aktiv und fördert mehr als 2500 Sozialunternehmer (sogenannte „Ashoka Fellows“). Die ersten Fellows wurden 1980 in Indien ausgewählt. (12/04/11; Quellen: Ashoka, DLF)


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