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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Preisträger des Wettbewerbs "Mein gutes Beispiel" gekürt

Die Bertelsmann Stiftung und der Verein Unternehmen für die Region e.V. haben drei herausragende Beispiele gesellschaftlichen Engagements mittelständischer Unternehmen ausgezeichnet: den Biomarkt Roland Geist, inallermunde kommunikation und das Klinikum Dahme-Spreewald.

Insgesamt hatten sich bundesweit 149 Firmen beworben, die in ihren Regionen zu den Themen Bildung und Ausbildung, soziale Benachteiligung oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf engagiert sind. Bei der Auswahl der Preisträger waren vor allem folgende Kriterien wichtig: Langfristigkeit des Projektes, unternehmerische Kompetenz, Kreativität, regionale Nähe, Zusammenarbeit mit Partnern sowie die Übertragbarkeit auf andere Regionen.


Die Preisträger und Finalisten des Wettbewerbs gemeinsam mit Liz Mohn (Mitte), stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung (Foto: Sebastian Pfütze/Bertelsmann Stiftung)

“Mittelständische und familiengeführte Unternehmen haben von jeher die Zukunft unseres Landes mitgestaltet und soziale Werte vorgelebt. Für sie zählt das langfristige Denken und Handeln. Aber vielfach wird diesem Engagement nicht die Bedeutung beigemessen, die es tatsächlich hat”, so Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung. Um dies zu ändern, wurde der Preis ins Leben gerufen.

Die ausgezeichneten Unternehmen:

  • Biomarkt Roland Geist GmbH
    Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderungen

    Inhaber Roland Geist und seine Ehefrau Brigitte haben nach jahrelanger Planung in ihrem Biomarkt in der baden-württembergischen Stadt Öhringen Arbeitsplätze für mehrfach behinderte Menschen geschaffen sowie das Projekt “Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderung in Öhringen” gegründet. Mittlerweile arbeiten dort drei Mitarbeiterinnen mit Behinderung. Alle drei sind Rollstuhlfahrerinnen und konnten aufgrund ihrer Mehrfachbehinderung keine reguläre Berufsausbildung absolvieren. Jetzt arbeiten sie überwiegend selbständig, zum Beispiel bei der Herstellung von Snacks, Fertigsalaten, Kuchen und durch die rollstuhlgerechte Backwarentheke auch im direkten Kundenkontakt beim Backwarenverkauf. Diese Arbeitsmöglichkeit und die Wohnmöglichkeit in einer selbst organisierten Wohngemeinschaft mit Assistenzkräften unweit des Biomarktes ermöglicht den drei jungen Frauen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben mit beispielhafter Inklusion im Betrieb und gesellschaftlichen Leben.

  • inallermunde kommunikation
    Leutkircher Bürgerbahnhof

    2005 entwickelte Christian Skrodzki, Mitinhaber der Werbeagentur inallermunde kommunikation, ein Rettungs- und Nutzungskonzept für den denkmalgeschützten Bahnhof in Leutkirch. Die öffentliche Hand konnte aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen das 1889 erbaute Gebäude nicht grundlegend sanieren. Um dem Verfall entgegen zu wirken und einen möglichen Abriss des Kulturgutes zu verhindern, wurde auf Grundlage des Rettungskonzeptes eine Bürgergenossenschaft gegründet. Rund 700 Bürger investierten über 1,1 Mio. € Euro Kapital für das historische Bahnhofsgebäude. Zusätzlich investierten die Leutkircher über 4.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Projekt und leisteten tatkräftige Unterstützung bei der Umgestaltung des Bürgerbahnhofes.
    Christian Skrodzki und seine Mitarbeiter der Werbeagentur brachten sich von Anfang an umfangreich in das Projekt Bürgerbahnhof ehrenamtlich ein. Sie gestalteten den Internetauftritt der Initiative und agierten als Botschafter des Bürgerbahnhofs sowie als Koordinationsstelle. Die Sanierung des Gebäudes wurde 2012 erfolgreich abgeschlossen. Es gilt mittlerweile als Vorzeigeprojekt in ganz Deutschland. Mittlerweile, zwei Jahre nach der Wiedereröffnung, haben sich in dem alten Bahnhof eine Gastronomie mit Hausbrauerei, verschiedene Design- und Medienfirmen sowie das Informationszentrum Nachhaltige Stadt angesiedelt.

  • Klinikum Dahme-Spreewald GmbH
    Dahme Spreewald Netzwerk Gesunde Kinder

    Das Projekt stellt jungen Familien eine ehrenamtliche Unterstützung für die gesunde Entwicklung ihrer Kinder bereit. Die Paten, die zuvor an einer speziellen Weiterbildung mit elf Schulungsterminen teilnehmen, begleiten Familien von der Schwangerschaft bis zum Ende des dritten Lebensjahres des Kindes. Besonders in den ersten Lebensjahren vermitteln die geschulten und ehrenamtlich tätigen Familienpaten bedarfsgerecht Angebote der Gesundheits- und Familienförderung, die passgenau auf die Bedürfnisse der Familien zugeschnitten sind. Im ersten Lebensjahr des Kindes finden sechs von mindestens zehn Patenbesuchen statt, die durch regelmäßige Themenabende rund um die Kindergesundheit ergänzt werden. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass sich die Beziehung zwischen Paten und den jungen Familien nicht auf die ersten drei Lebensjahre der Kinder beschränkt, sondern der Kontakt hierüber hinaus oft bestehen bleibt.

(5.3.2014 | Quelle: Bertelsmann Stiftung)

Website zum Wettbewerb "Mein gutes Beispiel"

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