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Auszeichnungen

Polytechnik-Preis für Klasse(n)kisten

Prof. Dr. Kornelia Möller von der Universität Münster hat den mit 50.000 € dotierten Polytechnik-Preis der Stiftung Polytechnische Gesellschaft für ihr Projekt "Klasse(n)kisten" erhalten. Die Kisten bieten inhaltliche, organisatorische und materielle Hilfestellungen für den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht in der Primarstufe.

Kornelia Möller (Foto: Stiftung Polytechnische Gesellschaft)

Ob Schwimmen und Sinken, Luft und Luftdruck, Schall oder Brücken rund 20.000 “Klasse(n)kisten” begeistern Kinder an Grundschulen in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz und in Russland für Technik und physikalische Phänomene. Für das bundesweit einmalige Konzept hat die Erfinderin der Kisten, Prof. Dr. Kornelia Möller vom Seminar für Didaktik des Sachunterrichts der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), nun den mit 50.000 € dotierten Polytechnik-Preis 2013 der Stiftung Polytechnische Gesellschaft erhalten. Der Preis wurde am Dienstagabend (12. November) in Frankfurt am Main verliehen. Insgesamt waren fünf Projekte nach einem intensiven Auswahlverfahren nominiert worden. Die vier Zweitplatzierten erhielten jeweils 5.000 €.

“Will man innovativem naturwissenschaftlich-technischen Unterricht zum Durchbruch verhelfen, müssen Lehrer mit allem ausgestattet sein, was sie zu seiner Umsetzung brauchen”, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Dr. Roland Kaehlbrandt. “Kornelia Möller hat deshalb in enger Kooperation mit Lehrern die Klasse(n)kisten entwickelt, die den Pädagogen unzählige inhaltliche, organisatorische und materielle Hilfestellungen bieten.”

Die blauen Kisten mit rotem Deckel enthalten Materialien für den naturwissenschaftlichen und technischen Sachunterricht in der Primarstufe Equipment für 32 Kinder, dazu Arbeitsblätter, ein Handbuch, Versuchsbeschreibungen sowie fachliche, fachdidaktische und organisatorische Hintergrundinformationen für die Lehrkräfte. Ein “Rundum-Paket” also, das auf jahrelanger didaktischer Forschung beruht. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Kinder auf diese Weise an Naturwissenschaft und Technik herangeführt werden, ohne überfordert zu werden. Spielerisch erfahren sie beispielsweise, warum Holzknöpfe schwimmen, obwohl sie Löcher haben, und warum Eisenschiffe trotz ihres Gewichts nicht untergehen.

Ein wichtiger Bestandteil des Klasse(n)kisten-Konzepts sind Lehrerfortbildungen: Die Pädagogen erhalten Schulungen im Umgang mit den Kisten. Außerdem werden Multiplikatoren ausgebildet, also Lehrkräfte, die qualifiziert werden, um ihre Fachkollegen zu schulen. “Bis vor etwa 20 Jahren waren Naturwissenschaft und Technik kaum im Sachunterrichts-Lehrplan vorgesehen. In der Ausbildung der angehenden Primarschul-Lehrkräfte sind diese Fächer bis heute nicht fest verankert. Fortbildungen sind daher enorm wichtig. Die Lehrkräfte verlieren so die Angst vor diesen Themen und lernen, wie sie gemeinsam mit den Schülern auch anspruchsvolle Aufgaben erarbeiten können”, erklärt Kornelia Möller.

Die erste Klasse(n)kiste zum Thema “Schwimmen und Sinken” kam 2004 auf den Markt. Inzwischen sind mehr als zehn Kisten verfügbar, die zum Teil im Handel erhältlich sind beziehungsweise an der Universität Münster ausgeliehen werden können. An der Entwicklung der Klasse(n)kisten sind neben Lehrkräften auch viele Studierende beteiligt, die im Rahmen ihres Studiums Forschungsarbeiten zur Wirkung der konzipierten Lehr-Lernmaterialien durchführen.

Der Polytechnik-Preis für die Didaktik der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist mit insgesamt 70.000 € dotiert. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main verleiht ihn 2013 zum zweiten Mal. Sie ehrt damit in diesem Jahr herausragende Wissenschaftler für die Entwicklung und Erprobung von Lernangeboten und Unterrichtskonzepten für Kindertagesstätten und Grundschulen (Elementar- und Primarbereich). Zweitplatzierte sind Prof. Dr. Hedwig Gasteiger (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Dr. Gisela Lück (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Brunhilde Marquardt-Mau (Universität Bremen) und Prof. Dr. Christoph Selter (Technische Universität Dortmund).

(13.11.2013 | Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

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