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Petra-Kelly-Preis 2014 an vier entführte Menschenrechtsaktivisten in Syrien

Razan Zeitouneh, Samira al-Khalil, Wael Hamadeh und Nazem Hammadi vom Violations Documentation Center in Damaskus wurden am 9. Dezember 2013 von Unbekannten verschleppt und gelten seitdem als vermisst. Der mit 10.000 € dotierte Preis soll bei einem Festakt am 27. November 2014 in Berlin überreicht werden.

Die Heinrich-Böll-Stiftung würdigt mit der Entscheidung das mutige Engagement für die Menschenrechte inmitten des dramatischen syrischen Bürgerkriegs. Mit der Verleihung des Petra-Kelly-Preises an die vier verschleppten Menschenrechtler bekräftigt die Stiftung die Forderung nach ihrer sofortiger Freilassung und unterstützt die Arbeit all jener, die sich unter Lebensgefahr für die Einhaltung der Menschenrechte und ein Ende der Gewalt einsetzen.

“Zugleich wollen wir mit dem Preis die Arbeit des Violations Documentation Center hervorheben”, heißt es in der Begründung für die Preisentscheidung. “Es verkörpert mit seiner Arbeit zur Dokumentation von Menschenrechtsverstößen und Verbrechen der Konfliktparteien zentrale Anliegen der demokratischen Bewegung in Syrien: Die Achtung von Menschenwürde, Freiheit und Gerechtigkeit ohne Ansehen der Person, des Geschlechts, der Herkunft und der Konfession.” Das Zentrum hat seinen Sitz in Douma, einem Vorort von Damaskus und selbst Schauplatz brutaler Kampfeinsätze des Regimes und aufständischer Gruppen.

Das Violations Documentation Center wurde im April 2011 von der Rechtsanwältin Razan Zeitouneh gegründet, um Informationen über Verstöße gegen das Humanitäre Völkerrecht in Syrien öffentlich zugänglich zu machen. Seitdem überwachen, sammeln und dokumentieren über 30 Mitglieder der unabhängigen NGO unter ständiger Gefährdung Menschenrechtsverbrechen in Syrien, von wem sie auch begangen werden.

Die Heinrich-Böll-Stiftung verleiht den Petra-Kelly-Preis seit 1998 alle zwei Jahre an Personen oder Gruppen, die sich in herausragender Weise für die Achtung der universellen Menschenrechte, für gewaltfreie Konfliktlösungen oder den Schutz der natürlichen Umwelt einsetzen. Im Jahr 2012 wurde mit Ales Bialiatski ein Menschenrechtsaktivist aus Belarus geehrt.

(19.8.2014 | Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung)

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