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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus geht an drei Zeit-Autoren

Den mit 10.000 € dotierten 1. Preis des von der Otto Brenner Stiftung initiierten Journalismuspreises erhalten 2014 Kerstin Kohlenberg, Petra Pinzler und Wolfgang Uchatius für ihr Dossier "Im Namen des Geldes".

Als die Verhandlungen über die europäisch-amerikanische Freihandelszone (TTIP) starteten, versprachen die Regierungen Wachstum und Jobs. Erst nach und nach gab es erste Kritikpunkte und Hinweise auf mögliche Gefahren dieses großangelegten Liberalisierungsprojektes. Doch kaum jemand warnte vor den geplanten “Investitionsschutzklauseln”. Die sollen amerikanischen Unternehmen künftig erlauben, europäische Staaten vor speziellen Schiedsgerichten zu verklagen – wenn Gesetze ihre Investitionen schmälern. Und wenn die Apologeten von politischen Großprojekten auf Widerstand treffen, dann zetteln sie gerne eine Propagandaschlacht an, die Verwirrung statt Aufklärung stiftet.

So war es auch beim Streit um das geplante europäisch-amerikanische Deregulierungsabkommen TTIP. Den Autoren Kerstin Kohlenberg, Petra Pinzler und Wolfgang Uchatius ist es nach Einschätzung der Jury gelungen, “diese Strategie zu durchkreuzen”. Ihre “hervorragend recherchierte Geschichte” über die geheimen Sondergerichte für Investoren lässt für die Jury keinen Zweifel, “dass die EU-Kommission und eine Heerschar Lobbyisten drauf und dran waren, eine undemokratische Paralleljustiz für Konzerne auf ganz Europa und Nordamerika auszudehnen”. Wenn es nun doch nicht so kommen sollte, “ist das auch das Verdienst dieser Arbeit”, schreibt die Jury in ihrer Begründung der Preisvergabe.

Der 2. Preis (5.000 €) geht 2014 an die freien Autoren Jan Schmitt und Frank Konopatzki für die ARD-Dokumentation “Steuerfrei: Wie Konzerne Europas Kassen plündern” (ARD, Die Story im Ersten, 19. August 2013). Mit dem 3. Preis wird Sebastian Strube (Bayerischer Rundfunk) für sein Hörfunkfeature “Crowdwork. Vom Entstehen der digitalen Arbeiterklasse” (Bayern 2, “Zündfunk Generator”, 12. Januar 2014) ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 3.000 €.

Der “Spezial”-Preis, dotiert mit 10.000 €, geht an den freien Journalisten Mathias Greffrath für “Der Aufstand der Satten”, ein im Deutschlandfunk gesendeter Essay “über einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln und einen sanften Abschied vom Fleisch”. Der Preis würdigt zugleich Greffraths journalistische Lebensleistung.

(6.10.2014 | Quelle: Otto Brenner Stiftung)

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