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Auszeichnungen

Opus Primum für Klaus-Barbie-Biografie

Peter Hammerschmidt erhält für sein Buch "Deckname Adler" den mit 10.000 € dotierten Förderpreis der VolkswagenStiftung. Es enthüllt, wie deutsche Geheimdienste nach dem Zweiten Weltkrieg untergetauchte Nazis schützten.

Mit seiner Dissertation, die die Grundlage des jetzt prämierten Erstlingswerkes bildet, ist dem Historiker Peter Hammerschmidt (Jahrgang1986) Außergewöhnliches gelungen. Nach vielen vergeblichen Anläufen erhielt er Einblick in bislang verschlossene Akten der Geheimdienste. Und es gelang ihm, die eigenhändigen Memoiren des Kriegsverbrechers Klaus Barbie aufzuspüren.

Hammerschmidts kürzlich erschienenes Buch “Deckname Adler” rekonstruiert die Nachkriegskarriere des nach Bolivien entkommenen “Schlächters von Lyon”. Es schildert, wie ehemalige Nazi-Schergen sich im Untergrund gegenseitig stützten – und welche skandalöse Rolle der Bundesnachrichtendienst BND und Verfassungsschutz dabei spielten. Für diese Leistung zeichnet die VolkswagenStiftung Peter Hammerschmidt mit dem Förderpreis Opus Primum für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation 2014 aus.

Die außergewöhnlichen Quellen belegen, dass Barbie in seinem bolivianischen Exil nicht nur zeitweise auf der Gehaltsliste des BND stand. Darüber hinaus nutzte der Altnazi ein Netzwerk ehemaliger NS-Funktionäre in Lateinamerika für Waffengeschäfte, das später auch das Bundesverteidigungsministerium und der Bundesnachrichtendienst für den Verkauf von überschüssigem Bundeswehrmaterial für sich instrumentalisierten.

Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung und Vorsitzender der Jury, begründet die Entscheidung: “Peter Hammerschmidt bearbeitet in seiner Publikation auf bemerkenswerte und spannende Weise ein wichtiges Kapitel deutscher Kriegs- und Nachkriegsgeschichte. Hierbei sind vor allem seine Rekonstruktionsleistungen, aber auch die Hartnäckigkeit des Autors, neue Quellen zu erschließen, besonders hervorzuheben. Durch seinen individuellen Stil bereitet der Autor die Forschungsergebnisse auch für ein Publikum jenseits der Fachwissenschaft sehr gut nachvollziehbar auf.”

(23.10.2014 | Quelle: VolkswagenStiftung)

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