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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Kreis Nordfriesland gewinnt Preis der Stiftung Kulturlandschaft

Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft zeichnet den Landkreis Nordfriesland mit ihrem Stiftungspreis "Landschafft" 2015 aus. "Damit würdigen wir das eigenverantwortliche Engagement des Landkreises sowie seiner Gemeinden und Bürger bei der Bewältigung des demografischen Wandels", so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Helmut Born.

Nordfriesland ist der nördlichste Landkreis Deutschlands und mit durchschnittlich 78 Einwohnern je Quadratkilometer dünn besiedelt. Die gegenwärtige Einwohnerzahl von 162.000 Menschen ist leicht rückläufig. Bei 133 Gemeinden liegt die durchschnittliche Einwohnerzahl nur bei etwas mehr als 1.000 je Gemeinde. Trotzdem ist es dem Landkreis bisher gelungen, mit der allgemeinen Wirtschafts- und Kaufkraftentwicklung in Schleswig-Holstein Schritt zu halten und in den letzten Jahren sogar etwas aufzuholen.

Im Rahmen eines Modellvorhabens der Bundesregierung hat sich der Landkreis Nordfriesland proaktiv mit einer bis in die einzelnen Dörfer heruntergebrochenen Entwicklungsprojektion bis 2025 auseinandergesetzt. Für die Bevölkerungsentwicklung zeigt sich bis 2025 eine moderate Abnahme von 3,6 Prozent im Kreisdurchschnitt, allerdings mit großen Unterschieden von minus 25 Prozent auf einigen Inseln bis zu fast 12 Prozent Zugewinn in der Stadt Niebüll. Gravierend ist allerdings die im Jahre 2025 zu erwartende Bevölkerungszusammensetzung. Die jüngere Bevölkerung wird anteilmäßig deutlich abnehmen auf rund 17 Prozent. Die Bevölkerungsgruppe der Über-60-Jährigen dagegen wird deutlich zunehmen auf rund 35 Prozent. Allerdings werden auch hier große regionale Unterschiede erwartet.

Auf der Basis dieser kleinräumigen Bevölkerungsprognose hat der Landkreis Nordfriesland die zu erwartenden Folgen dieser Entwicklung für alle wichtigen Bereiche der Daseinsvorsorge analysiert, diskutiert und mit einem Masterplan Daseinsvorsorge versehen. Dabei wurde für die kleinteilige kommunale Gliederung des Landkreises ein integriertes Kooperationskonzept für jeweils fünf bis acht kleinere Kommunen mit einem teilweise neu zu schaffenden Versorgungszentrum entwickelt und in drei Fällen bereits auf der kommunale Ebene eingeführt. Ziel ist es, begrenzte kommunale Kapazitäten und Einrichtungen der Daseinsvorsorge auf freiwilliger Basis zu bündeln, um einer älter werdenden Bevölkerung nicht nur die Grundversorgung zu sichern, sondern auch ein funktionsfähiges Mobilitätskonzept jenseits der großen Verkehrsachsen zu ermöglichen.

Die eigentliche Übergabe des Preises erfolgt am 29. Mai 2015 in einer Sitzung des nordfriesischen Kreistages in Husum. Das Preisgeld von 15.000 € soll dazu beitragen, die Eigendynamik der nördlichsten Region Deutschlands zu stärken und zu verstetigen.

(5.3.2015 | Quelle: Deutsche Stiftung Kulturlandschaft)

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