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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung benennt Preisträger 2014

Der mit 300.000 € dotierte Ernst Jung-Preis für Medizin geht an den Immunbiologen Thomas Boehm vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg.

Professor Dr. med. Thomas Boehm (Foto: Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung)

Welche Folgen hat es, wenn man sich gegen Angriffe von außen nicht richtig wehren kann? Oder wenn man sich zwar wehrt, aber dabei irrtümlich selbst angreift und schadet? Genau das passiert ständig in den Körpern von Menschen, deren Immunsystem nicht richtig funktioniert. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Thymus versagt: das Organ, das eigentlich Killer- und Helferzellen für erfolgreiche Abwehr-Aufgaben im Organismus heranbilden sollte. So können sich die einen Patienten nicht richtig vor Viren und Bakterien schützen. Bei anderen greift das Immunsystem eigenes Gewebe an; viele Krankheiten – von Typ-1-Diabetes bis zur Multiplen Sklerose – gehen auf diese Ursache zurück.

Um so wichtiger ist der Kampf der Forschung für die, deren Abwehr zu kämpfen hat: Hier hat Professor Boehm aus Freiburg bereits bahnbrechende Leistungen erbracht. So konnte er beispielsweise bereits die verschiedenen Immunschwächekrankheiten zugrundeliegenden Fehlfunktionen des Thymus aufklären und Möglichkeiten eines zumindest teilweisen Ausgleichs aufzeigen. Dies könnte durch die bereits in Ansätzen gelungene Herstellung künstlichen Thymusgewebes geschehen; die dabei besonders wichtigen Funktionen sind bei allen Wirbeltieren gleich. Das lässt für die Zukunft die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und Behandlungsansätze für eine besonders schwer beherrschbare Kategorie von Krankheiten erwarten: Krankheiten, bei denen Schwächung oder Ausfall der Immunabwehr die Lebensqualität oder sogar das Leben Betroffener bedrohen.

“Medizin ist dann human, wenn es dem Arzt gelingt, jedem Patienten das nach Abwägung aller Umstände bestmögliche Hilfsangebot zu machen”, erläutert der Spitzenwissenschaftler, was ihn mit dem humanitären Anliegen der Stiftung verbindet. “Aus der unmittelbaren Begegnung mit schwer, oft unheilbar kranken Patienten ist mein Wunsch entstanden, mich in der Grundlagenforschung mit drängenden, aber ungelösten medizinischen Problemen auseinanderzusetzen. Wenn es mir also gelänge, hier neue Möglichkeiten zu eröffnen, hätte ich mein Ziel erreicht.”

Mit der Ernst Jung-Medaille für Medizin in Gold hat die Stiftung außerdem das wissenschaftliche Lebenswerk von Charles Weissmann ausgezeichnet. Der international renommierte Molekularbiologe ist am Scripps Research Institute in Jupiter (Florida, USA) tätig. Den Ernst Jung-Karriere-Förderpreis für Medizinische Forschung in Höhe von insgesamt 210.000 € erhält Dr. Dr. med. Thomas Schmidt (33), wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistenzarzt für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Die drei Preise der Jung-Stiftung honorieren richtungweisende medizinische Entdeckungen und fördern Projekte, die dem medizinischen Fortschritt und der Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten dienen.

(8.1.2014 | Quelle: Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung)

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