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Auszeichnungen

Jenaer Menschenrechtspreis für Shirin Ebadi

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin wird mit dem Preis der Ulrich-Zwiener-Stiftung für Internationale Verständigung und Menschenrechte geehrt.

Lassen sich Demokratie und Menschenrechte mit dem Islam vereinbaren? Für die iranische Juristin und Menschenrechtsaktivistin Dr. Shirin Ebadi besteht an der Vereinbarkeit von ihrer Religion und Demokratie kein Zweifel: Man könne durch eine richtige und dynamische Auslegung des Islam sowohl Muslim sein kann als auch die Menschenrechte respektieren, formulierte sie im Jahr 2005 in ihrer Rede zum Beitrag des Islam zu einem Weltethos. Als erste Frau der muslimischen Welt wurde sie 2003 für ihre Bemühungen um die Demokratie und Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Am 8. Mai 2012 wird Shirin Ebadi an der Friedrich-Schiller-Universität Jena der Preis für Internationale Verständigung und Menschenrechte der Ulrich-Zwiener-Stiftung verliehen. Ebadi engagiert sich seit mehr als 30 Jahren insbesondere für die Rechte von Frauen und Kindern, begründet Dr. Claudia Zwiener die Preisvergabe. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz als Juristin und der Konsequenz, mit der sie ihre Überzeugungen vertritt, trotz massiver Sanktionen wie Hausarrest, Haft und Exil steht sie beispielhaft für die Grundidee der Stiftung, so die Ehefrau des 2004 verstorbenen Stiftungsgründers Prof. Dr. Dr. Ulrich Zwiener.

Shirin Ebadi (Jahrgang 1947) gehörte nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften von 1969 an zur ersten Generation von Frauen im Iran, die ein Richteramt ausübten, und saß ab 1975 als erste Frau einem Senat des Teheraner Stadtgerichts vor. Nach der Islamischen Revolution von 1979 wurde sie ihres Amtes enthoben und zur Assistentin desjenigen Gerichtes degradiert, das sie zuvor leitete.

1984 verließ sie den Staatsdienst. Da die Behörden ihr eine Anwaltslizenz zunächst verweigerten, arbeitete sie unter anderem als Publizistin. 1992 erhielt sie die Zulassung als Rechtsanwältin. Seither übernimmt sie die Verteidigung von Liberalen und Dissidenten und setzt sich für den Schutz von Kindern ein. 1995 war sie Mitgründerin der Association for Support of Childrens Rights.

2000 wurde sie inhaftiert und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Außerdem verhängten die Machthaber ein zeitlich begrenztes Berufsverbot. 2002 war sie Mitgründerin des Human Rights Defence Centres. 2003 erhielt sie den Friedensnobelpreis für ihre Bemühungen um Demokratie und Menschenrechte. 2006 wurde sie nach der Teilnahme an einer Demonstration erneut verhaftet. Seit der Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2009 lebt Shirin Ebadi im Exil in Großbritannien.

Der Preis für Internationale Verständigung und Menschenrechte wird seit 1996 gemeinsam von der Ulrich-Zwiener-Stiftung, dem Collegium Europaeum Jenense (CEJ) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena verliehen. Er würdigt herausragende Persönlichkeiten, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen und für Toleranz gegenüber Andersdenkenden in besonderer Weise stark machen. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert und wird alle vier Jahre verliehen. 2006 erhielt Wilhelm Goller (ehem. Leiter der Schule “Talitha Kumi” in Beit Jala, Israel) den Preis, 2002 posthum der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic.

(4.5.2012)

Website der Ulrich-Zwiener-Stiftung für Internationale Verständigung und Menschenrechte

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