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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Internationaler Bremer Friedenspreis geht nach Argentinien, Pakistan und ins Wendland

Eine Menschenrechtlerin, eine Initiative gegen Sklaverei und zwei profilierte Atomkraftgegner aus Gorleben erhalten den mit insgesamt 15.000 € dotierten Internationalen Bremer Friedenspreis der Stiftung "die schwelle". Die Auszeichnungen wurde am 29. November 2013 in Bremen übergeben.

“Mit dem Friedenspreis wird der Fokus auf Organisationen und Menschen gerichtet, die sonst nicht im Schweinwerferlicht der Öffentlichkeit stehen, diese Aufmerksamkeit aber verdienen”, sagt Bremens Bürgermeisterin und Friedenspreis-Schirmherrin Karoline Linnert. Das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger mache Mut, Schwellen zu überschreiten und Konflikte friedlich zu lösen.

Als Unbekannte Friedensarbeiterin wird Natalia Sarapura geehrt. Die indigene Argentinierin ist Präsidentin des Rates der Indigenen Organisationen in der Provinz Jujuy. kämpft seit 18 Jahren mit einem einzigartigen Entwicklungskonzept für die Rechte der Kolla, einem indianischen Volk im Nordwesten Argentiniens. Sie und ihre Mitstreiter widersetzen sich erfolgreich dem staatlich forcierten Verkauf angestammter Landflächen an Großgrundbesitzer und internationale Bergbaukonzerne. Darüber hinaus macht sich Natalia Sarapura beharrlich für bessere Ausbildungschancen und Lebensbedingungen der indianischen Bevölkerung Argentiniens stark.

Der Friedenspreis in der Kategorie Beispielhafte Initiative geht an die pakistanische Insan Dost Association (IDA). Die Initiative setzt sich für ein Ende der Sklavenarbeit ein, die in Pakistan zwar verboten, aber immer noch weit verbreitet ist. Millionen Menschen – darunter auch viele Kinder – leiden unter den Folgen der Schuldknechtschaft und arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die Initiative klärt die Betroffenen über ihre Rechte auf und ermutigt sie, Gewerkschaften zu gründen und unterstützt, die Kinder in Schulen zu schicken, um so dem Kreislauf aus Armut und Unterdrückung zu entkommen. “Eines erleben wir in unserer Arbeit immer wieder: Wer merkt, dass es nicht Schicksal sein muss, ausgenutzt und unterdrückt zu werden, der ändert sein Denken und sein Verhalten“, sagt Anjum Mattu, Geschäftsführer der Organisation.

Der Preis für öffentliches Wirken geht an Andreas Graf von Bernstorff und Anna Gräfin von Bernstorff aus Gartow im Wendland. Seit 35 Jahren leistet das couragierte Ehepaar gemeinsam mit seinen Kindern Widerstand gegen Castortransporte und Atompolitik. So weigerten sie sich die Bernstorffs, ihren Anteil am Salzstock für ein mögliches Endlager zu verkaufen – immerhin ein Drittel des Areals. Damit verzichteten sie auf eine Ausgleichzahlung von 30 Millionen Mark und machen immer wieder mit kreativen und friedlichen Anti-Atomkraft-Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam. So behinderten sie Castortransporte bereits mit einer Wildschwein-Jagd.

Der Internationale Bremer Friedenspreis wird seit zehn Jahren verliehen. Die Stiftung “die schwelle” ehrt damit im Zwei-Jahres-Rhythmus Menschen und Organisationen, die in ihrer Arbeit Vorbild sind im Einsatz für Versöhnung, Menschenrechte, Überwindung von Rassismus, für soziale Gerechtigkeit, zukunftsweisenden und nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt sowie interkulturelle und interreligiöse Verständigung. Der Preis steht in diesem Jahr erstmals unter der Schirmherrschaft von Bremens Bürgermeisterin Karoline Linnert. Sie übernimmt diese Aufgabe von Altbürgermeister Hans Koschnick, der die Schirmherrschaft aus Altersgründen abgegeben hat.

(29.11.2013 | Quelle: Stiftung “die schwelle”)

Website der Stiftung "die schwelle"

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