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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Ideenwettbewerb der Bürgerstiftungen: Finalisten benannt

Die Bürgerstiftungen aus Bad Nauheim, Holzkirchen und Köln-Kalk haben im 4. Ideenwettbewerb der Herbert Quandt-Stiftung und der Initiative Bürgerstiftungen die Nase vorn.

Welchen der ersten drei Plätze sie jeweils erreicht haben, erfahren die Finalisten erst bei der Preisverleihung mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig am 25. März 2014 in Berlin. Dann werden auch die Preisgelder in Höhe von insgesamt 30.000 € vergeben.

Menschen verschiedener Herkunft, Religion oder Sprache zusammenzubringen, war die Aufgabe des 4. Ideenwettbewerbs für Bürgerstiftungen. Insgesamt 22 Bürgerstiftungen aus ganz Deutschland hatten sich Ende 2012 mit Projektideen zum Thema “Brücken bauen zwischen Kulturen” beworben. Sieben von ihnen schickte die Jury Anfang 2013 ins Rennen. Ausgestattet mit je 5.000 € Startgeld konnten sie ein Jahr lang ihre ambitionierten Vorhaben verwirklichen. Ob interkulturelle Märchen- oder Tanzprojekte, die Schaffung regionaler Begegnungsstätten oder die Vermittlung von Zuwanderern ins Ehrenamt – die Vielfalt der Beiträge war groß und auf die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort abgestimmt.

Die Bürgerstiftung “Ein Herz für Bad Nauheim” hat mit Menschen verschiedenen Alters und verschiedener kultureller Hintergründe vier sogenannte “Puzzle Picnic Families” gegründet. Während des Wettbewerbsjahres konnten sich die neu zusammengestellten “Großfamilien”, bestehend aus je acht Mitgliedern unterschiedlicher Nationen und Generationen, kennenlernen und eigene interkulturelle Projekte verwirklichen. Neben Bürgern der am stärksten in Bad Nauheim vertretenen Gruppen – deutsch, türkisch, polnisch, italienisch und russisch – beteiligten sich auch Menschen mit afghanischen, georgischen, griechischen, indischen, iranischen, kasachischen, kolumbianischen, rumänischen, schottischen, ukrainischen, ungarischen und US-amerikanischen Wurzeln. Höhepunkt der interkulturellen Arbeit war ein öffentliches Picknick, bei dem die “Familien” ihre Kulturen und die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Projektarbeit einem größeren Publikum vorstellten. So gaben sie den Einwohnern Bad Nauheims einen Einblick in die kulturelle Vielfalt ihrer Stadt und zugleich ein Beispiel für die gelungene Verständigung zwischen Kulturen und Generationen. Das Projekt soll auch nach Abschluss des Wettbewerbs fortgeführt werden.

Die Bürgerstiftung Holzkirchen hat unter der Überschrift “FOKUS – Forum der Kulturen und Sprachen” hat im Wettbewerb ein Programm aufgelegt, das über die verschiedenen in Holzkirchen heimisch gewordenen Kulturen informiert und Begegnungsräume schafft. In einem ersten Schritt hat die Bürgerstiftung Daten und Fakten zu den verschiedenen in der Gemeinde vertretenen kulturellen Gruppen zusammengestellt. Anschließend hat sie sie in einer übersichtlichen „Nationenkarte“ und einem in 41 Sprachen gehaltenen Willkommensplakat für die Öffentlichkeit aufbereitet. Bei einem großen Auftaktforum sammelte die Stiftung dann Ideen für gemeinsame interkulturelle Projekte, wie eine Ausstellung über die Zuwanderung in Holzkirchen nach dem Zweiten Weltkrieg, einen Foto-Wettbewerb, diverse Tanzveranstaltungen, eine offene Bühne und vieles mehr. Alle Teilprojekte mündeten in ein großes Festival der Kulturen. Um die Themen Migration und Integration in Holzkirchen langfristig zu verankern, legte die Bürgerstiftung den Nachhaltigkeitsfonds “Holzkirchen interkulturell” auf und ließ das gesamte Projekt vom Institut für Interkulturelle Kommunikation der Universität München wissenschaftlich begleiten.

Die Bürgerstiftung “KalkGestalten” aus Köln-Kalk hat mit dem Projekt “Sei dabei! Für Dich – Für Mich – Für Alle” Zuwanderer an ehrenamtliches Engagement herangeführt und soziale Institutionen für das Thema “Migration und Ehrenamt” sensibilisiert hat. Zunächst lud die Stiftung Teilnehmer von Integrationskursen zu einem “Bubble-Fish-Café” ein. Moderiert von Sprachmittlern konnten die Teilnehmer auf arabisch, englisch, französisch und türkisch über ihre Erfahrungen mit ehrenamtlicher Arbeit in ihren Heimatländern sprechen und eigene Qualifikationen und Wünsche vorstellen. Danach organisierte die Bürgerstiftung Praxisbesuche in sozialen Einrichtungen und entwickelte parallel auch eigene Ehrenamtsprojekte. So unterstützten Teilnehmer beispielsweise alte und kranke Menschen im Alltag. Zudem erstellte die Stiftung eine Imagebroschüre für ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Sprachen, gründete eine Leihgemeinschaft und organisierte eine “Migranten-Bundestagswahl”. Für Multiplikatoren sozialer Organisationen veranstaltete die Stiftung den Workshop “Interkulturelles Ehrenamt”. Abschließend führte die Stiftung mit den am Projekt beteiligten Institutionen strukturierte Interviews, um aus den Erfahrungen für die Zukunft zu lernen.

(6.2.2014 | Quelle: Initiative Bürgerstiftungen)

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